Der St. Galler Wirtschaftsprofessor und Geldpolitik-Spezialist schreibt in der Zeitung "Sonntag", es gebe nur noch einen Weg aus der Euro-Krise: Die Spaltung der Währung. "Das Gefälle zwischen dem Süden und dem Norden Europas wird immer grösser.

Die Voraussetzungen eines funktionsfähigen Währungsraumes sind damit kaum mehr gegeben: Es fehlt an zwischennationaler Mobilität der Produktionsfaktoren Kapital, Arbeit und Wissen. Es fehlt an Flexibilität von Märkten, Preisen und Löhnen. Und auch die wirtschaftspolitischen Prioritäten driften auseinander. Das Gefälle zwischen dem mediterranen Süden und dem Norden Europas ist enorm. Was am Ende als Lösung bleiben wird, wird eine Spaltung des Euro-Währungsraums in zwei Teile sein.

Es wird zu einem Süd- und zu einem Nord-Euro kommen müssen. Wobei dem Nord-Euro die Länder Belgien, Deutschland, Irland, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Slowakei und Finnland angehören und dem Süd-Euro Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Malta, Portugal und Slowenien. Nur so findet der Norden zur Stärke zurück, die es ihm ermöglicht, für den Süd-Euroraum ein prosperierender und damit lukrativer Partner zu sein.

Umgekehrt würde eine solche Teilung Südeuropa in die Lage versetzen, die Ungleichgewichte gegenüber dem Norden und der übrigen Welt unter anderem über eine Abwertung der eigenen Währung (Süd-Euro) zu verringern und so seine ökonomischen Chancen zu verbessern. Natürlich wird dieses Konzept auf gewaltigen politischen Widerstand stossen. Aber was bleibt am Ende der EU anderes, als sich zur Schadenbegrenzung mit der am wenigsten schlechten Lösung zu retten?"