Die Regierung in Tokio kündigte Konjunkturstützen an, um den Arbeitsmarkt in Schwung zu bringen und die Deregulierung voranzutreiben.

Japanische Spitzenpolitiker befürchten, dass die von Exporten getriebene Wirtschaftserholung durch die starke Währung gefährdet werden könnte. Der Yen war zum Dollar zuletzt auf den höchsten Stand seit 15 Jahren und im Vergleich zum Euro auf den höchsten Stand seit 9 Jahren gestiegen.

Wenig Spielraum wegen hoher Schulden

"Japan hat mit einer steigenden Währung zu kämpfen, und es gibt Sorgen, dass die Wirtschaft im Ausland an Schwung verliert", sagte Ministerpräsident Naoto Kan. Im zweiten Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung in Japan kaum noch, weil die Exporte in die USA und nach China an Schwung verlieren.

Der private Konsum leidet unter dem Auslaufen der Konjunkturprogramme. Zudem macht eine hartnäckige Deflation dem ostasiatischen Land zu schaffen.

Angesichts der hohen Staatsverschuldung, die schon jetzt bei mehr als dem doppelten der Wirtschaftsleistung liegt, ist der Spielraum der Regierung in Tokio aber begrenzt.

Kan kündigte nun an, 920 Mrd. Yen (rund 11,1 Mrd. Franken) aus den Haushaltsreserven umzuschichten. Mit dem Geld soll unter anderem der Arbeitsmarkt gestützt werden.

Leitzins unverändert

Der Zentralbankrat, von der Regierung zu einer Krisensitzung gedrängt, beschloss am Montag die Ausweitung eines bereits im Dezember aufgelegten Kreditprogramms. Damals hatte sie den Finanzinstituten 20 Billionen Yen zum Zinssatz von 0,1 Prozent zur Verfügung gestellt.

Nun folgten weitere 10 Billionen Yen zum gleichen niedrigen Zinssatz, den die Bank mit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise herabgesetzt hatte.

Die Zentralbank erklärte, die Lockerung der Geldpolitik werde helfen, die Aufwertung des Yen zu stoppen und den Aufschwung anzukurbeln. Die Bank von Japan behielt sich nach der Sondersitzung zudem schärfere Massnahmen vor.