So kräftig wuchs die Wirtschaft seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Ökonomen warnen jedoch vor zu grossem Optimismus. Japan profitiere von den weltweiten Konjunkturspritzen, von einer sich selbsttragenden Erholung könne aber noch keine Rede sein.

Das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft wurde vor allem von den Exporten und dem Konsum geschürt. Erstmals seit Anfang 2008 legten zudem die Investitionen der Unternehmen wieder zu. Risiken für die Wirtschaft seien etwa fallende Preise und die weiterhin ernste Arbeitsmarktlage, sagte der Staatsminister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Naoto Kan.

Im Vergleich zum Vorquartal wuchs die japanische Wirtschaft um 1,2 Prozent. Im Berichtsquartal stiegen die privaten Konsumausgaben, die in Japan zu rund 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beitragen, um real 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Die Unternehmensinvestitionen erhöhten sich um 1,6 Prozent. Die Binnennachfrage trug damit 0,8 Prozentpunkte zum Anstieg des Bruttoinlandprodukts bei, die Auslandsnachfrage 0,4 Punkte.

Angesichts steigender Nachfrage in anderen Teilen Asiens legten Japans Exporte im zweiten Quartal in Folge zu, und zwar um 6,4 Prozent. Die Importe erhöhten sich um 3,4 Prozent und damit erstmals seit drei Quartalen.

Japan wird nach Einschätzung der Zentralbank mindestens drei Jahre lang eine Phase fallender Preise bei zugleich moderatem Wirtschaftswachstum durchlaufen. Das BIP dürfte im Fiskaljahr 2010/2011 (vom 1. April an) um 1,2 Prozent zulegen, wie die Bank of Japan Ende Oktober in ihrem halbjährlichen Ausblick zur Wirtschafts- und Preisentwicklung mitteilte.