Schuldenkrise

Irland stellt Programm für Wachstum und Beschäftigung vor

Frischer Wind für Irland ohne EU-Hilfe - Flaggen in Dublin

Frischer Wind für Irland ohne EU-Hilfe - Flaggen in Dublin

Zwei Tage nach dem Ende der internationalen Finanzhilfen hat Irland ein Programm für Wachstum und Beschäftigung vorgestellt. Die «Strategie für Wachstum» sei ein Fahrplan für die irische Wirtschaft bis 2020.

Er soll für die Bevölkerung und Investoren Gewissheit schaffen und sicherstellen, dass "die Fehler der Vergangenheit" nicht wiederholt würden. Das sagte Regierungschef Enda Kenny am Dienstag bei der Vorstellung des Programms. Der Arbeitgeberverband IBEC kritisierte, dass der Plan wenig Konkretes enthalte.

Kenny hatte am Sonntag anlässlich des offiziellen Endes der Finanzhilfen gesagt, das Programm werde dafür sorgen, dass die Stabilität des Landes "nie wieder durch Spekulation und Gier gefährdet wird".

Sein Land werde nie mehr an diese Kultur anknüpfen, sagte Kenny. Irland hatte nach dem Platzen einer Immobilienblase und der Rettung seiner Banken 2010 als zweites Euroland nach Griechenland um Hilfe bitten müssen. Es erhielt daraufhin Unterstützung von der Eurozone und dem Internationalen Währungsfonds in Höhe von 67,5 Mrd. Euro.

Im Gegenzug für die Hilfe verpflichtete sich Irland zu Sparmassnahmen, Steuererhöhungen, Strukturreformen und dem Verkauf von Staatsbesitz. Auch wenn der einstige keltische Tiger die Rezession inzwischen überwunden hat, bleibt das Wachstum aber gering und die Arbeitslosigkeit ist mit 12,5 Prozent weiter hoch.

Vollbeschäftigung versprochen

Kenny versprach am Dienstag, dass die 330'000 Stellen, die während der Krise zwischen 2008 und 2011 verloren gingen, durch neue Jobs ersetzt würden, um erneut die Vollbeschäftigung zu erreichen.

Der Plan sieht konkret vor, Arbeitslose mit individueller Betreuung bei der Jobsuche zu unterstützen und stärkere Anreize zur Rückkehr auf den Arbeitsmarkt zu setzen.

Die Regierung erwartet, dass die Arbeitslosigkeit bis 2018 auf zehn Prozent zurückgeht. Für 2014 wird ein Wachstum von zwei Prozent angepeilt. Das Haushaltsdefizit, das dieses Jahr wohl bei 7,3 Prozent liegt, soll bis 2015 auf drei Prozent und bis 2018 auf null sinken. Die Staatsschulden von derzeit 124 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sollen 2019 auf hundert Prozent reduziert werden.

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