Die Sicherheitskräfte hielten nur noch wenige Teile der Stadt, die auf einem strategisch wichtigen Korridor nach Syrien liegt. Dies sagte der Vize-Vorsitzende des Provinzrats von Ninive, Nuriddin Kabalan, am Dienstag.

Nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad dauern die Gefechte zwischen dschihadistischen Milizen und kurdischen und irakischen Soldaten an. Wie das Nachrichtenportal "Sumaria News" am Dienstag berichtete, verhinderten Sicherheitskräfte in der Provinz Kirkuk einen Angriff sunnitischer Extremisten der Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIS) auf einen Schiitenschrein. In der Provinz Dijala seien zudem bei Gefechten mindestens 19 radikale Islamisten getötet worden, hiess es weiter.

Die Terrorgruppe ISIS hatte in der vergangenen Woche die Millionenstadt Mossul im Nordirak eingenommen und sich daraufhin in Richtung Bagdad bewegt. Inzwischen haben sich kurdische und irakische Streitkräfte neu formiert und leisten zusammen mit zahlreichen Freiwilligen zunehmend Gegenwehr.

Viele Schiiten meldeten sich zum Dienst an der Waffe, um sich den Dschihadisten entgegenzustellen. Die jüngste Eskalation dürfte die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten im Irak noch weiter vorantreiben.

USA und Iran nehmen Kontakt auf

Wegen der Irak-Krise nahmen derweil die USA erste Kontakte mit dem Iran auf. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten am Montag, Gesandte beider Seiten hätten am Rande der Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm in Wien das Thema erörtert.

Ein konkretes Ergebnis sei dabei nicht erzielt worden, sagte ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Über eine Militärkooperation sei nicht diskutiert worden. Ein solcher Schritt sei auch keine Option.

Der Vertreter des Iran unterstrich die Bedeutung seines Landes in der Region. Es könne eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung der "desaströsen Situation" im Irak spielen.

US-Aussenminister John Kerry hatte zuvor gesagt, die Vereinigten Staaten seien offen für Gespräche mit der Regierung in Teheran. Dies käme dem Beginn eines Kurswechsels der US-Politik gleich, denn die USA haben seit der Geiselnahme ihrer Diplomaten in Teheran 1979 ein angespanntes Verhältnis zur Islamischen Republik. Sie verdächtigen das Land zudem, Atomwaffen zu entwickeln.