Neuer Co-Chef

Iqbal Khan bricht bei der UBS mit Tabus: 500 hochbezahlte Manager sollen gehen müssen

Der UBS-Vermögensverwaltung stehen harsche Veränderungen bevor.

Der UBS-Vermögensverwaltung stehen harsche Veränderungen bevor.

Der neue Co-Chef der globalen UBS-Vermögensverwaltung, Iqbal Khan, will einen Kulturwandel. Seinen Reformen könnten die Jobs hunderter Führungskräfte zum Opfer fallen.

Seit Oktober ist Iqbal Khan Co-Chef der globalen Vermögensverwaltungsdivision der UBS. Nur drei Monate nach seinem Antritt macht der frühere Credit-Suisse-Star klar, wie er die Geschäfte der Bank ankurbeln will: Jetzt sei die Zeit gekommen, um schneller vorwärts zu machen und das vorhandene Potenzial mit beiden Händen zu ergreifen, schreibt er in einem, zusammen mit US-Chef Tom Naratil gezeichneten internen Memo, das gestern die knapp 23000 Mitarbeiter der UBS-Flaggschiffdivision erreichte.

Sein Rezept ist jenem, das er bei der CS angewendet hatte, zum Verwechseln ähnlich. Weniger Bürokratie, mehr Entscheidungskompetenz und Verantwortung auf Ebene der Kundenberater und vor allem mehr Mut zum Risiko.

Der neue Co-Chef will den «Maschinenraum» auflösen

Ein ganzes Bündel von organisatorischen Neuerungen sollen die Zielerreichung erleichtern. Die bislang zentralisierte Betreuung der vermögendsten Kunden wird aufgebrochen und teilweise in die Regionen verlagert. Die Verantwortung für die Marktregion Europa, Naher Osten und Afrika wird neu auf drei Köpfe verteilt. Der Bereich  Investment Products & Services, der 2011 als Schnittstelle zwischen der Investment Bank und der Vermögensverwaltung geschaffen worden war und von der UBS unter der Bezeichnung  «Maschinenraum» lange Zeit als Beleg für die finanztechnische Leistungsfähigkeit von UBS vorgezeigt worden war, wird unsentimental aufgelöst und das Know-how in die Regionen verlagert.

Mit diesen Neuerungen könne die UBS bis zu drei Hierarchiestufen ausradieren, heisst es in dem Memo. Wie viele Manager davon betroffen sind, steht nicht in dem Papier. Aus banknahen Quellen ist aber zu erfahren, dass rund 500 hoch bezahlte Führungskräfte ihren Job verlieren werden.

Das primäre Ziel der Umstrukturierung besteht aber nicht darin, Kosten zu sparen. Vielmehr will die Bank ihre Kunden schneller bedienen und mehr Dienstleistungen verkaufen. Schon 2018 hatte die Bank angekündigt, dass sie ihren Vermögensverwaltungskunden fortan mehr Kredite offerieren wolle. 20 bis 30 Milliarden Dollar pro Jahr lautete die damalige Vorgabe. Geschehen ist bislang aber wenig. Noch immer beläuft sich das Kreditvolumen beim UBS Global Wealth Management gemessen an den verwalteten Kundenvermögen auf bescheidene 7 Prozent. Bei der Credit Suisse ist die Rate doppelt so hoch. Um gleich zu ziehen, müsste die UBS-Division ihr Kreditvolumen auf rund 375 Milliarden Dollar verdoppeln.

Hinter dieser Ambition verbirgt sich die Krux der ganzen Übung. Um die Wachstumsziele zu erreichen, muss die UBS bei der Anbahnung von Neugeschäften deutlich mutiger werden. Während Jahren konnte sich die UBS auf ihre starke Marke als weltgrösste Vermögensverwalterin verlassen. Dieser Vorteil reicht offenbar nicht mehr aus, um in dem sich intensivierenden Wettbewerb vorne dabei zu bleiben.

Autor

Daniel Zulauf

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