Kebag

Investition sorgt für Mehreinnahmen

Neue Anlage: Die Kebag will mit dem Projekt Flurec pro Jahr Zink im Wert von 600 000 Franken aus dem Abfall zurückgewinnen.

Kebag

Neue Anlage: Die Kebag will mit dem Projekt Flurec pro Jahr Zink im Wert von 600 000 Franken aus dem Abfall zurückgewinnen.

25 Millionen Franken werden in der Kehrichtsbeseitigungs AG investiert, um das neue Projekt «Flurec» zu lancieren. Damit wird die Kebag die erste Anlage schweizweit sein, die Zink aus dem Sonderabfall gewinnen kann.

Katharina Schwab

Die Kebag investiert in den Standort Zuchwil. 25 Millionen sollen es sein. Das beschloss die Generalversammlung am Donnerstag ohne Gegenstimme. Konkret geht es beim neuen Projekt «Flurec» um einen Anbau an die Flugaschenwaschanlage. Die Flugasche enthält als Hauptmetall Zink: «Zink ist ein gesuchter Rohstoff, der vielfältig eingesetzt werden kann und auf dem Weltmarkt gehandelt wird», wie Direktor Markus Juchli den anwesenden Aktionären erklärte. Zurzeit verschickt die Kebag diesen Sonderabfall nach Belgien zur weiteren Aufarbeitung, da es in der Schweiz dafür noch keinen Recyclingweg gebe.

Notwendige Sanierung

Dies will die Kebag mit dem Projekt Flurec ändern. Erstmals soll damit auch in der Schweiz Zink aus Sonderabfall gewonnen werden. Und das lohne sich. Pro Jahr sind 350 Tonnen Zink in der verarbeiteten Flugasche der Kebag enthalten; das entspreche einem Marktwert von 600 000 Franken, sagte Juchli.

Die Flugaschenwaschanlage ist seit 1998 in Betrieb und müsse in den nächsten Jahren dringend saniert werden, führte Juchli aus. So sei letztes Jahr der Grenzwert bei den Abwasserwerten verschiedentlich überschritten worden. «Mit den heutigen Mengen ist die Anlage überfordert», so Juchli.

Eine reine Sanierung der Flugaschenwaschanlage und notwendige Investitionen würden 11,7 Millionen Franken kosten. Die Sanierung würde demnach weniger kosten als Flurec. Allerdings könne mit dem neuen Projekt jährlich 245 000 Franken eingespart werden; beispielsweise fallen über eine Million Franken weg für Entsorgungskosten, da der Sonderabfall nicht mehr ins Ausland verkauft werden müsse.

Breite Unterstützung

«Flurec» stosse in der Entsorgungsbranche auf grosses Interesse, da die Entsorgung für alle Anlagen «ein kostspieliges und bei weitem nicht optimal gelöstes Problem darstellt», so Markus Juchli. Das Land, auf dem «Flurec» gebaut werden soll, gehört heute noch der Kläranlage. Der Verband habe dem Landverkauf bereits zu vorteilhaften Konditionen zugestimmt.

Neben dieser Zusage kann die Kebag auch auf eine Unterstützung auf Bundes- und Kantonsebene zählen - «jedoch nur ideologisch, nicht durch Geld», bemerkte Juchli. Denn die Kebag finanziert das Projekt Flurec selbst.

Durchzogener Jahresbericht

«Auch die Kebag ist indirekt von der Wirtschaftskrise betroffen», sagte Direktor Markus Juchli in seinen Erläuterungen zum Jahresbericht. So treffe die Schliessung von Borregaard die Kebag direkt, da der Energieverkauf für 4,5 Millionen Franken pro Jahr verloren geht. Auch bei den Finanzanlagen spürte die Kebag die Finanzkrise: «Im vergangenen Jahr musste ein negatives Ergebnis von 1,65 Millionen Franken verbucht werden», so Juchli.

Nicht betroffen von der Krise sei die Menge an Abfall. Diese hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert und liegt bei rund 195 000 Tonnen; damit konnte auch die Anlage der Kebag mit 98 Prozent ausgelastet werden. Der Annahmepreis für eine Tonne Kehricht liegt bei der Kebag bei 135 Franken, schweizweit ist der Durchschnitt 162 Franken. Damit gehöre die Kebag nach wie vor zu den «günstigsten Anlagen in der Schweiz», so Juchli.
Wegen eines Ausfalls einer Turbine konnte während drei Monaten kein Strom produziert und somit auch nicht verkauft werden. Für 1,2 Millionen Franken musste Strom für den eigenen Betrieb eingekauft werden. Nach den Abschreibungen lautet das Betriebsergebnis 11, 4 Millionen Franken.

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