Gemeinderat

In Selzach ging letztes Jahr der Goldesel um

Die Gemeinde Selzach erwirtschaftete 2008 einen gewaltigen Ertragsüberschuss von 3,5 Millionen Franken. Der enorme Überschuss in der Rechnung ist zwar mit Steuermehreinnahmen zu begründen. Doch auch sonst wurde gut gewirtschaftet.

Nora Althaus

«Eine solche Rechnung ist einmalig in der Geschichte von Selzach», liess Gemeindeverwalter Christoph Brotschi verlauten. Jedoch dürfe man den Ertragsüberschuss von rund 3,5 Mio. Franken bei Aufwendungen von insgesamt 12,54 Millionen Franken laut Gemeindepräsident Viktor Stüdeli nicht zu euphorisch sehen. Denn diese Summe sei schliesslich zurückzuführen auf einen wesentlichen höheren Steuerertrag. Bei den juristischen Personen waren dies 2,13 Mio. Franken, bei den natürlichen Personen 1,27 Mio. Franken Mehrertrag. Die Investitionsrechnung schliesst mit 159 029 Franken Nettoinvestitionen.

Dementsprechend wenig zu beanstanden an der Rechnung hatte der Gemeinderat. Ohne Fragen und Einwände wurde sie einstimmig genehmigt. Gemeindepräsident Viktor Stüdeli meinte jedoch, es habe grosse Ausgabedisziplin geherrscht und das müsse man trotz des guten Resultats im letzten Jahr unbedingt beibehalten.

Revision extern vergeben

Mehr zu diskutieren hatte der Gemeinderat bei der Vergabe der Revision an eine externe Stelle. Klar war für alle von vornherein, dass die Rechnungsprüfungskommission auf die Legislaturperiode 2009-2013 aufgelöst und durch eine externe Stelle ersetzt wird. Geprüft wurden drei Unternehmen, welche diese Aufgabe übernehmen könnten. Rovedyma Treuhand und PKO Treuhand GmbH würden beide ungefähr 7000 Franken für die Revision verlangen, BDO Visura dagegen 10 000 Franken.

Warum die Differenz zwischen den Offerten so gross sei, interessierte die Mehrheit des Rates. Jedoch befanden die Ratsmitglieder schnell, dass BDO Visura zwar den höchsten Preis, aber wohl auch die beste Arbeit biete und stimmte deswegen mit nur einer Gegenstimme für das teuerste Angebot.

Zudem entschied der Rat, keine weiteren Abklärungen zum Thema externe Reiniguns-Leistung zu unternehmen und es beim Bewährten zu belassen. Somit trägt die Gemeinde weiterhin die Verantwortung für das Personal und die Administration, aber verhindert so auch die eventuellen Entlassungen oder Lohnkürzungen des Personals.

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