Und auch der baden-württembergische Finanzminister Willi Stächele will die Daten kaufen. «Derzeit laufen Stichproben. Danach werden wir mit dem Bund die Frage des Ankaufs regeln», erklärte er gegenüber «Süddeutschen Zeitung» (SZ). Laut der

Die Daten betreffen nach Angaben von Stächele «etwa 2000 deutsche Steuersünder bei verschiedenen Schweizer Banken». Die ersten Proben seien bereits Anfang 2009 in Stuttgart eingegangen. Nach Bekanntwerden der Nordrhein-Westfalen angebotenen Steuersünder-CD habe der Informant in den vergangenen Tagen der Stuttgarter Landesregierung dann noch einmal eine grössere Menge Daten übersandt.

Datenlieferant will Geld

Offenbar will der Datenlieferant auch Geld. Stachele sagte jedenfalls, dass über die Forderungen für die Datenlieferung noch verhandelt werde. Während sich die Behörden in Nordrhein-Westfalen eine Summe bis 400 Millionen Euro an Steuereinnahmen erhoffen, geht Stächele in dem neuen Fall von einer kleineren Summe aus.

Experten rechnen damit, dass in den nächsten Tagen weitere Daten zum Vorschein kommen werden. Sie gehen davon aus, dass in mehreren Bundesländern Daten von poteziellen Steuerhinterziehern angeboten wurden. Dies ist teilweise bereits vor längerer Zeit geschehen. Nachdem der Kauf solcher Daten für rechtens erklärt wurde, werden die zuständigen Behörden nun zur Tat schreiten.

UBS, CS und Generali betroffen?

Gemäss Recherchen der «Frankfurter Rundschau»-Recherchen soll es sich dabei um viele Daten von Kunden der UBS handeln. Betroffen seien offenbar aber auch Kunden der Credit Suisse und des Lebensversicherers Generali. «Uns liegen dazu keine Erkenntnisse vor», sagte eine UBS-Sprecherin dem Blatt in einer ersten Reaktion.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte der «Süddeutschen Zeitung», er halte das Bankgeheimnis für «überlebt», auch in der Schweiz. Es sei zu erwarten, dass die Schweiz ihr Bankgeheimnis lockere. Dieses könne im 21. Jahrhundert kein Instrument mehr sein, «das von Staats wegen die Steuerhinterziehung ermöglicht».

Der CDU-Politiker forderte einen «allgemeinen Informationsaustausch» über Daten von Steuerhinterziehern zwischen Deutschland und der Schweiz. Die Verhandlungen dazu gingen schrittweise voran. «Das alles ist natürlich für die Schweiz keine leichte Entscheidung», so Schäuble. Fälle, in denen ausgespähtes Datenmaterial angekauft werden müsse, dürften nicht mehr entstehen.