Importe und Exporte Deutschland-Schweiz nimmt um 19,6 Prozent ab

Container wird aufs Schiff gehievt

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Die Importe und Exporte zwischen der Schweiz und ihrem wichtigsten Handelspartner Deutschland haben im Januar und Februar kumuliert um 19,6 Prozent abgenommen. Betroffen sind alle wichtigen Warenarten.

Der Wirtschaftsverkehr dürfte im Gesamtjahr 2009 nur "im günstigsten Falle" weniger als 10 Prozent zurückgehen, sagte Eric Sarasin, Präsident der Handelskammer Deutschland Schweiz, vor den Medien in Zürich. Der Rückgang habe im August begonnen und sei im November massiv beschleunigt worden.

Die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland haben im Gesamtjahr 2008 indessen noch einmal Rekordwerte erreicht. Die Schweiz lieferte Waren im Wert von 41,8 Mrd. Fr. nach Deutschland, das sind 1,6 Prozent mehr als 2007, wie die grösste bilaterale Handelskammer in der Schweiz festhält.

Die Importe vom nördlichen Nachbarn stiegen gar um 4,3 Prozent auf 64,9 Mrd. Franken. Das gesamte Handelsvolumen hat sich für das vergangene Jahr auf 106,7 Mrd. Fr. belaufen.

Deutschland blieb 2008 mit Abstand wichtigster Handelspartner der Schweiz, mit einem Exportmarktanteil von 20,3 Prozent, vor den USA mit 9,4 Prozent. Auch beim Import zeigt sich, dass die Schweiz am meisten Güter aus Deutschland bezog, mit einem Anteil von 34,9 Prozent, gefolgt von Italien mit 11,6 Prozent.

"Die politischen Ungereimtheiten kommen zur Unzeit", sagte Sarasin mit Blick auf die Bankgeheiminis-Zwistigkeiten der vergangenen Wochen zwischen beiden Ländern. Eine langfristige Beeinträchtigung des Wirtschaftsverkehrs sei nicht auszuschliessen, weil die "gesamte Atmosphäre" zwischen den Staaten getrübt sei.

Streitpunkte wie die Anflüge nach Zürich-Kloten und die Zulassung von Schweizer Finanzdienstleistern in Deutschland sollen schnell zu einer Lösung geführt werden, sagte Sarasin.

Die Handelskammer begrüsst, wenn die Schweiz die OECD-Richtlinien für den Austausch von Informationen über Bankkunden anerkennt und umsetzt.

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