Implenia-Chef Werner Karlen nimmt nach nur zwei Monaten den Hut

Werner Karlen nimmt den Hut (Archiv)

Werner Karlen nimmt den Hut (Archiv)

Eklat beim grössten Schweizer Baukonzern Implenia: Konzernchef Werner Karlen tritt nach nur zwei Monaten im Amt mit sofortiger Wirkung zurück. Verwaltungsratspräsident Anton Affentranger übernimmt die operative Leitung.

Karlen wolle sich beruflich neu orientieren, heisst es in einer Implenia-Mitteilung lediglich. Nähere Angaben zu den Rücktrittsgründen machte Konzernsprecher Claude Vollenweider auch auf Anfrage nicht.

Er verneinte aber einen Zusammenhang zwischen Karlens Rücktritt und dem Streit mit dem britischen Hedge-Funds Laxey. Dieser will den Baukonzern unter seine Kontrolle bringen, was Implenia aber mit allen Mitteln - insbesondere über eine Stimmrechtsbeschränkung - zu verhindern versucht.

Laxey soll seine Beteiligung auf gegen 50 Prozent erhöht haben, wie Affentranger vor Monatsfrist an der Bilanzmedienkonferenz sagte. Implenia weigert sich aber, mehr als 4,9 Prozent der Aktien einzutragen.

Nach Angaben von Vollenweider sucht Implenia nicht aktiv nach einem neuen Chef. Affentranger, der den Konzern nun als Executive Chairman führt, stelle "die beste Lösung" dar. Es sei sehr schwierig, jemanden mit den nötigen Branchenkenntnissen für diesen Posten zu finden.

Affentranger steht Verwaltungsratsmitglied Toni Wicki zur Seite: Der Chef des Rüstungs- und Technologiekonzerns RUAG wurde mit Blick auf eine gute Unternehmensführung (Corporate Governance) zum Independent Lead Director ernannt.

Karlens Wahl zum Implenia-Chef auf den 1. Februar 2009 war als Generationenwechsel angekündigt worden. Der 42-Jährige, der zuvor Direktionspräsident des Gehäuse- und Komponentenherstellers Phoenix Mecano war, folgte auf den langjährigen Konzernchef Christian Bubb, der altershalber zurücktrat.

Implenia sieht sich trotz der Rezession gut aufgestellt. Das Unternehmen sei mit einem quantitativ und qualitativ guten Auftragsbestand ins Jahr 2009 gestartet.

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