Hollywood hat seine Anwälte auf die Schweizer Kabelnetzbetreiberin Cablecom gehetzt, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet. Grund ist die Pressekonferenz von UPC-Cablecom am vergangenen Mittwoch.

In der Zürcher Eventhalle Aura am Paradeplatz stellte die Kabelnetzbetreiberin ihr neustes TV-Angebot MyPrime vor: Eine Flatrate für Hollywood-Filme und -Serien als Konkurrenzprodukt zum US-Online-Portal Netflix.

Für das nötige Hollywood-Feeling stellte Cablecom mehrere mannshohe Oscar-Statuen auf. Doch die goldenen Figuren des bedeutendsten Filmpreises sind illegal. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit Sitz in Beverly Hills, welche die Auszeichnung jedes Jahr in Hollywood verleiht, ist seit 1929 Inhaberin der Marken- und Urheberrechte des Oscars und macht seit Jahren Jagd auf solche Statuen.

Cablecom-Sprecher Marc Maurer bestätigt in der „Schweiz am Sonntag“, dass man von der Academy nach der Pressekonferenz kontaktiert wurde. «Wir analysieren zurzeit die Faktenlage.»

In der Schweiz wird die Academy durch den Zürcher Anwalt Daniel Marugg vertreten. Er hat bereits rund 80 solcher Statuen aufgespürt und vernichten lassen. «Dazu kommen tonnenweise kleiner Plastikstatuen», sagt Marugg in der „Schweiz am Sonntag“.

«Früher oder später erwischen wir sie alle.“ Der Anwalt geht auch gegen Firmen vor, die den Namen Oscar oder den Spruch «And the Oscar goes to...» unrechtmässig verwenden, um Produkte zu bewerben. «Je nachdem, ob mit dem Oscar Geld verdient wurde, reichen wir auch eine Schadenersatzklage ein.»

Ob dies bei der Cablecom der Fall ist, will er mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht sagen.