Eisenbahn

IHK St. Gallen-Appenzell fordert «Tempotarif» für Bahn-Billetts

Nicht nur die Distanz soll Einfluss auf den Preis haben, sondern auch die Geschwindigkeit (Symbolbild)

Nicht nur die Distanz soll Einfluss auf den Preis haben, sondern auch die Geschwindigkeit (Symbolbild)

Die Preise für SBB-Billetts sollen sich nicht mehr allein nach der Distanz richten. Neu soll auch der Zeitaufwand für die gewählte Strecke ausschlaggebend sein: Dieser «Tempotarif» wird von der Industrie- und Handelskammer (IHK) St. Gallen-Appenzell angeregt.

Kurt Weigelt, Direktor der IHK St. Gallen-Appenzell, stellte das Tarifmodell am Ostschweizer Konjunkturforum vor, wie die IHK am Dienstag mitteilte. Studien zeigten, dass der für eine Strecke erforderliche Zeitaufwand das massgebliche Kriterium für die Wahl des Verkehrsmittels darstelle.

Aus diesem Grund schlägt die IHK St. Gallen-Appenzell vor, den Distanztarif durch eine nutzniesserorientierte Preisgestaltung über die Differenzierung nach der Geschwindigkeit einer Bahnverbindung zu ersetzen. Dadurch würden nach Ansicht der IHK die wichtigsten Mängel in der aktuellen Eisenbahnfinanzierung ganz einfach gelöst.

Wie die IHK St. Gallen-Appenzell weiter mitteilte, muss die Schweiz bis 2030 mit einem Finanzbedarf von rund 70 Milliarden für neue Anlagen und den Unterhalt bestehender Anlagen rechnen. Für die IHK ist es unvorstellbar, dass die Eisenbahninfrastruktur über zusätzliche Steuern finanziert werden.

Es brauche ein neues Finanzierungsmodell. Laut IHK verdient die SBB heute mit jedem gefahrenen Kilometer weniger Geld. Ursache dieser Fehlentwicklung sei die Tatsache, dass immer mehr Generalabonnements (GA) verkauft würden. Ein Pendler, der sein GA an 200 Tage benütze, zahle pro Tag lediglich 15.50 Franken.

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