«Tiefer können die Hypozinsen nicht mehr sinken.» Wie oft haben wir diesen Satz in den letzten Jahren gehört? Und dann: Es ging nochmals tiefer. Und nochmals. Nun kosten fünfjährige Festhypotheken zum ersten Mal überhaupt weniger als 1 Prozent – im Durchschnitt. Gute Schuldner bekommen sie noch günstiger. Selbst zehnjährige Hypotheken gibt’s zum Teil für 0,7 Prozent.

Überbauung in Volketswil ZH: Wer jetzt kaufen kann, kommt  bei den Hypozinsen günstiger weg denn je. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Überbauung in Volketswil ZH: Wer jetzt kaufen kann, kommt bei den Hypozinsen günstiger weg denn je. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

«Tiefer können die Hypozinsen nicht mehr sinken», wagt inzwischen kaum einer mehr zu sagen. Zumal der Chef der US-Notenbank, der den Zins-Takt weltweit vorgibt, gestern nochmals bekräftigte, dass er den Leitzins senken werde. Ganz zur Freude von Wahlkämpfer Donald Trump. Der US-Präsident will jede Abkühlung des Wirtschaftswachstums vermeiden.

Banken verlangen mehr Eigenmittel

In der Schweiz, wo das Zinsniveau noch tiefer ist als sonst wo, lebt derjenige, der schon ein Haus hat, zurzeit im Paradies. Nie war sein finanzieller Vorteil gegenüber Mietern grösser. Paradiesisch ist die Situation auch für diejenigen, die es sich jetzt leisten können, Wohneigentum zu erwerben. Wer die Möglichkeit hat, sollte es tun.

Nur: Während die Banken mit spottbilligen Hypotheken werben, haben sie zugleich die Vergabekriterien massiv verschärft, auf Geheiss der Aufsichtsbehörden. Schuldner müssen mehr Eigenmittel mitbringen – in einer Zeit, wo die Immobilienpreise vielerorts enorm gestiegen sind. Das ist der Irrwitz am Ganzen: Der Traum vom Haus scheint näher denn je. Und ist für viele doch so fern.