"Die hohen Rohstoffkosten sind der Hauptgrund für den Gewinnrückgang", sagte Christian Arnold, Analyst bei der Bank Vontobel, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Mit diesem Problem habe die gesamte Branche zu kämpfen.

Dominik Slappnig, Mediensprecher bei Sika, führt den Druck der Konkurrenz als Grund an, weshalb die steigenden Preise nur verzögert auf die Kunden abgewälzt werden konnten. Zwar habe Sika bereits vor einem Jahr höhere Preise angekündigt.

"Weil aber die Konkurrenz noch zuwartete, mussten wir die Preiserhöhungen hinauszögern, um eine Abwanderung der Kunden zu verhindern", sagte Slappnig. Erst in diesem Frühjahr seien die anderen Anbieter mitgezogen und Sika habe die höheren Einkaufspreise allmählich an den Markt weitergeben können.

Weniger Gewinn - mehr Umsatz

Der Betriebsgewinn (EBIT) lag im ersten Halbjahr mit 177,6 Mio. Fr. 18 Prozent tiefer als noch im Vorjahr. Hingegen stieg der Umsatz um 6,6 Prozent auf 2,23 Mrd. Fr. an. "Insbesondere in den aufstrebenden Märkten weist Sika ein gutes Wachstum auf", befand Christian Arnold.

In der Region Asien und Pazifik legte der Umsatz beispielsweise um 38,4 Prozent zu. Wesentlich dazu beigetragen hat die Übernahme des chinesischen Bauzulieferers Hebei Jiuqiang Construction Material, welche Sika im März bekanntgab. Insgesamt sind von den 19,5 Prozent Umsatzwachstum in Lokalwährungen 4,7 Prozent auf Akquisitionen zurückzuführen.

Übernahmen gehören zur Unternehmensstrategie von Sika, wie Dominik Slappnig erklärte. "Es ist das Ziel von Sika, jedes Jahr Akquisitionen mit einem Volumen von 200 Mio. Fr. zu tätigen." Deshalb strebt das Unternehmen im zweiten Halbjahr weitere Zukäufe an.