Peter Rombach

«Eine Krise birgt immer auch die Chance, gestärkt aus ihr hervorzugehen», gaben die Initiatoren der «Erfolgssignale», der Journalist Fabrice Müller und der Rheinfelder Wirtschaftsförderer Rolf Zimmermann, den 140 Gästen aus Wirtschaft und Politik mit auf den Weg. Zur renommierten Referentenrunde am Donnerstagabend im Schützenkeller gehörte auch Rolf Bloch, Seniorchef der Chocolat-Fabrik Camille Bloch.

Eingangs beschrieb der Jurist die 80-jährige Geschichte des Unternehmens. Sein Vater sei oft im Rheinfelder Schützen zur Kur oder in den Ferien gewesen, verriet er so nebenbei, lenkte dann aber den Blick aufs Wesentliche. Schon kurz nach der Firmengründung im Oktober 1929 kam eine wirtschaftliche Krise: «Wir boten preiswerte Schoggi, machten keine grossen Gewinne, aber auch keinen Konkurs.»

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bescherte Bloch erneut Probleme: «Kakao war rationiert, da mussten wir uns was einfallen lassen.» 1942 schlug die Geburtsstunde des heute noch beliebten Ragusa, denn Adaptieren lautete das Gebot jener Stunde. Also kam etwas Süsses mit weniger Schoggi und dafür mit Mandeln oder Haselnüssen auf den Markt. «Das Produkt ist aus der Not entstanden», räumte Rolf Bloch ein und skizzierte dann die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens, das heute einen Bruttoumsatz von 65 Millionen Franken macht, 200 Mitarbeitende zählt und einen Exportanteil von 20 Prozent hat.

Das Auditorium hörte, dass die vergangenen Jahrzehnte ständig von neuen Herausforderungen geprägt waren, darunter die Umstellung auf Selbstbedienung in den Geschäften: «Der Konsument konnte plötzlich selbst entscheiden, die Worte unserer Aussendienstmitarbeiter wurden plötzlich durch Werbung ersetzt.» Und weil Personal zeitweise knapp war, musste die Produktion technisiert werden; Roboter kamen zum Einsatz.

Die Erklärung fürs Überleben trotz vielen wirtschaftlichen Wirren lieferte der Seniorchef: «Man muss seine Strategien fortlaufend den Marktverhältnissen anpassen.» Er riet, sich vom Allgemeinen abzuheben und sich mit Produkten wie mit Dienstleistungen zu «fokussieren», auf Kreativität und Mitmenschlichkeit zu setzen. «Unser Weg zu Spezialitäten sicherte das Überleben», bestätigte Bloch, dessen zwei Söhne bereits in dritter Generation die Schoggi-Fabrik führen. Und er empfahl, die Nachfolgeregelungen frühzeitig zu treffen: «Wenn man weg ist vom Fenster, muss man nicht über die Hintertür wieder reinkommen.»