Wirtschaft

Hilfe für die Swiss: Geld ja, aber kein Blankocheck

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Der Bundesrat eilt der Luftfahrt zu Hilfe. Doch einige Fragen bleiben offen.

Geld ja, aber kein Blankocheck Der Bundesrat wird der Swiss und anderen Schweizer Aviatikfirmen unter die Arme greifen - und das ist gut so.

Wenn ein Coiffeur-Salon Konkurs geht, ist das extrem bitter für den Besitzer. Die Folgen für das Wirtschaftssystem sind jedoch klein. Das ist bei der Swiss und anderen Luftfahrtbetrieben anders. Fallen sie weg, führt dies zu einer Kettenreaktion. Viele international tätige Firmen und Organisationen haben nicht zuletzt dank der guten Anbindung via Kloten ihren Sitz in der Schweiz.

Insofern darf der Bundesrat der Luftfahrt sehr wohl einen Sonderstatus zuordnen. Gerade in der jetzigen Krise zeigt sich die immense Bedeutung des Luftwegs, sei es für die grösste Rückholaktion in der Geschichte dieses Landes von gestrandeten Schweizern im Ausland oder für den Import von medizinischen Artikeln aus China.

Ein Blankocheck wäre aber falsch, wie der Bundesrat richtig urteilt. Das Risiko eines Milliardenkredits soll von der Lufthansa in besseren Zeiten nicht nur zurückbezahlt sondern marktkonform vergütet werden. Natürlich bringt die Swiss der Schweizer Wirtschaft sehr viel. Zudem bezahlt sie hier die Steuern, genauso wie ihre rund 10000 Angestellten.

Doch auch das Geschäft in der Schweiz bietet Vorzüge für ihre Eignerin, die Lufthansa. Nicht nur konnte sie die Swiss, als diese in finanzieller Not war, als Schnäppchen erwerben. Seither lieferte die Swiss regelmässig Millionengewinne an ihre Muttergesellschaft. Einerseits dank dem Einbezug ins Lufthansa-Netz, aber auch dank der hohen Schweizer Kaufkraft.

Insofern wäre nur schon die Ankündigung begrüssenswert, dass für das Geschäftsjahr 2019, in dem die Swiss 578 Millionen Franken Gewinn erzielte, keine Dividenden nach Frankfurt fliessen. Dies sollte auch geschehen, bevor beim Personal drastische Zugeständnisse verlangt werden oder gar Entlassungen nötig sind.

Der Bundesrat hat bei seiner Botschaft an die Luftfahrt den richtigen Ton getroffen. Doch nun steht er vor der weitaus schwierigeren Frage: Wer erhält wie viel?

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