Lebensmittel: Günstige Frischware
«Sobald die Euro-Vorteile in der Beschaffung wirksam werden, geben wir diese 1:1 unseren Kunden weiter», schreibt Coop. Gleiches verspricht auch die Migros, die jedoch weniger Produkte aus der Euro-Zone importiert. Weil bei Frischprodukten die Lagerbestände klein sind, profitieren Konsumenten am raschesten vom günstigen Euro-Kurs. 200 importierte Früchte und Gemüse sind laut Coop von Preissenkungen betroffen. So kostet ein aus dem Euro-Raum importierter Kopfsalat nun 13 Prozent, Peperoni 14 Prozent und Knoblauch 17 Prozent weniger. 21 Prozent günstiger werden Kaki-Früchte. Der Grossverteiler verspricht: «Auch andere Produkte, welche wir selber in Euro einkaufen, werden günstiger.» Darunter etwa Pouletfleisch, Frischfisch, Molkereiprodukte, aber auch Importbier, Weine, Konserven oder Babynahrung.
Non-Food: Bleibt Kosmetik zu teuer?
Etwas länger dürfte es dauern, bis der schwache Euro sich bei Non-Food-Produkten niederschlägt. Bei Coop heisst es, man habe nach dem Nationalbankentscheid alle Lieferanten angeschrieben und die Weitergabe der Kursvorteile verlangt. André Bähler, Experte bei der Stiftung für Konsumentenschutz, erklärt die verzögerte Kursweitergabe im Non-Food-Bereich mit den «etwas grösseren Lagerbeständen als bei den Lebensmitteln». Sorgen bereiten den Konsumentenschützern besonders die Kosmetikartikel. «Es ist kaum zu erwarten, dass die tieferen Preise vollständig an die Konsumenten weitergegeben werden», sagt Bähler. Das zeige die Erfahrung der vergangenen Jahre. Bei Spielsachen und Elektroapparaten geht Bähler hingegen von sinkenden Preisen aus – des schwachen Dollarkurses wegen. Viele Spielsachen und Elektrogeräte werden in Fernost produziert.
Tanken: Schweizer Tank-Touristen
War die Schweiz bis letzte Woche ein Ziel für Tank-Touristen, so hat sich die Situation mit dem Nationalbankentscheid gekehrt: Weil deutsche Tankstellenbetreiber ihre Preise für Diesel und Benzin senkten und der Franken zulegte, blieben die Tankstellen im Schweizer Grenzgebiet plötzlich leer. Wer billig tanken will, fährt nun selber ins nahe Ausland. Viele Tankwarte in Grenznähe malen schwarz. Roland Bilang von der Erdöl-Vereinigung: «Der Spielraum für eine Preissenkung ist äusserst gering. Es ist schwierig, bei dem aktuellen Frankenkurs mit den Preisen des nahen Auslands mithalten zu können», sagt er. Zu klein sei die Marge. Eine Chance sieht Bilang im schwachen Dollar: «Dieser könnte die Situation etwas abfedern. Auch könnten sich die Transportkosten verändern, was sich auf den Treibstoffpreis auswirken kann.»
Autos: Neuwagen-Kauf lohnt sich
Beim Kauf eines Neuwagens lässt sich in den kommenden Wochen wohl viel Geld sparen. Das zeigt die Erfahrung des letzten Euro-Tauchers 2011: «Die Autohändler reagierten damals mit Rabatten», sagt André Bähler von der Stiftung für Konsumentenschutz. Das könnte sich nun wiederholen: «Wir erwarten auch jetzt wieder ähnliche Euro-Rabatte bei Autokäufen.» Der Blick zu den Verkäufern zeigt: Noch sind die billigen Importpreise nicht in den Ausstellungsräumen angekommen. «In 10 bis 14 Tagen treffen die günstiger gekauften Modelle ein», sagt Gianluca Di Modica vom Händler Auto Discount Uster. Diese werden «wesentlich günstiger verkauft». «Trotzdem können Konsumenten mit Verhandeln bereits jetzt einiges rausholen», sagt Ralf Beyeler vom Vergleichsportal comparis.ch. Er rät zum direkten Vergleich.
Ferien im Ausland: Reisen bis zu 20% billiger
Wer gerne ins Ausland reisen würde, sollte jetzt unbedingt zuschlagen. Bei Pauschalreisen und Hotelangeboten winken Tiefstpreise. Die Migros-Tochter Hotelplan zum Beispiel lockt mit Rabatten von bis zu 20 Prozent, selbst bei vorgefertigten Ferien-Arrangements in den Katalogen: «Der Reiseveranstalter führt regelmässige Nachverhandlungen mit den Partnern, sodass diese Preise den Kunden auch entsprechend günstiger und 1:1 weitergegeben werden», sagt Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. André Bähler von der Stiftung Konsumentenschutz ist sicher: «Wer zum Beispiel Ferien direkt in Italien bucht, muss 1:1 vom günstigen Eurokurs profitieren.» Bahnreisende spüren das laut «Schweiz am Sonntag» bereits ab Anfang Februar: Dann sollen internationale Billets günstiger werden.
Schweizer Hotellerie: Hotels mit wenig Spielraum
Inland-Feriengäste dürfen von der Frankenstärke wohl keine Rabatte auf Hotelübernachtungen erwarten. «Wir können mit den Preisen nicht mehr runter gehen», sagt Markus Schmid, Präsident des Walliser Hotelier-Vereins. Konsumentenschützer Bähler sieht beim Preis ebenfalls wenig Luft nach unten: «Bei Hotelübernachtungen in der Schweiz könnten tiefere Einkaufspreise für Lebensmittel aus dem Ausland einen Einfluss haben. Diese Kosten sind aber marginal und dürften sich nur gering auf die Übernachtungspreise auswirken.» Schmid hofft aber weiterhin auf Unterstützung der Schweizer Kunden: «Wir spüren bereits einen Rückgang bei Buchungen aus dem Ausland - die Gäste aus der Schweiz brechen uns jedoch nicht weg.» Den Hotels bleibt einzig, weiterhin konsequent auf Qualität zu setzen.
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