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Hersteller warnen vor Billigfeuerzeugen

Nicht nur das Rauchen kann schädlich sein – auch das Anzünden.  Key

Nicht nur das Rauchen kann schädlich sein – auch das Anzünden. Key

Der französische Konzern BIC fährt eine gross angelegte Kampagne gegen importierte Billigfeuerzeuge aus China. Der weltweit grösste Hersteller von Feuerzeugen – auch bei Kugelschreibern und Einwegrasierern ist BIC führend – fürchtet um seine Pfründe.

Während die teureren Feuerzeuge des französischen Herstellers BIC die Sicherheitsnormen einhalten, überschwemmt die Konkurrenz aus Fernost den europäischen Markt mit Billigprodukten, welche die Sicherheitsanforderungen der EU nicht erfüllen.

76 Prozent der in die EU importierten Feuerzeuge fallen beim Test durch, wie die unabhängigen Marktüberwacher von Prosafe festgestellt haben. 2006 wurden in der EU 40 Personen bei Unfällen mit minderwertigen Feuerzeugen getötet, 1900 Personen wurden verletzt. Oft handle es sich um Brände, die entstehen, weil beispielsweise Kinder mit Feuerzeugen ohne Kindersicherung spielen, so die EU-Kommission.

Importregeln schlecht durchgesetzt

Die EU hat deshalb bereits 2006 die Einfuhrbestimmungen für unsichere Feuerzeuge verschärft. Verboten sind beispielsweise Feuerzeuge, die einen überfüllten Gastank haben, zu hohe Flammen spucken, nicht von selbst erlöschen oder schnell schmelzen.

Die Mehrzahl der importierten Feuerzeuge gelangt über den Hafen von Rotterdam nach Europa. BIC kritisiert jedoch, dass Holland seit der Einführung der neuen Importregeln keine Massnahmen ergriffen hätte, die eine abschreckende Wirkung auf Importeure von Billigfeuerzeugen gehabt hätten.

Wegen der fehlenden Umsetzung hat BIC nun eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Der Konzern fordert die EU auf, Holland zu besseren Kontrollen zu bewegen. Denn in anderen Ländern hätten sich die verschärften Kontrollen als erfolgreich erwiesen, so BIC. «In Nordamerika gingen nach Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes die Verletzungen bei Kindern um 60 Prozent zurück», sagt François Clement-Grandcourt von BIC. Und: «Wir sind also moralisch dazu verpflichtet, gefährliche Feuerzeuge von unseren Märkten zu verbannen.»

650000 Feuerzeuge importiert

Die Schweiz importierte im Jahr 2010 laut der Eidgenössischen Zollverwaltung 650450 Feuerzeuge. Davon stammen rund 170000 aus China. Die Sicherheitsanforderungen für Feuerzeuge in der Schweiz sind in der Verordnung über «Gegenstände für den Humankontakt» geregelt. Hüter dieser Bestimmungen sind die Kantonschemiker. Der stellvertretende aargauische Kantonschemiker Claudius Gemperle bestätigt auf Anfrage der az, dass die Sicherheit von Feuerzeugen in der Schweiz durchaus ein Thema sei und bei Kontrollen schon Mängel bei Billigprodukten festgestellt worden seien.

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