Herr Heitz, wie beurteilen Sie den heutigen Entschluss von Novartis-Präsident Daniel Vasella, auf die 72 Millionen Franken für sein Konkurrenzverbot zu verzichten?

Hans-Jacob Heitz: Das Schiessen hat mir recht gegeben. Ich habe mit meiner gestern eingereichten Strafanzeige das Ziel getroffen. Es war mein erklärtes Ziel, Daniel Vasella in die Knie zu zwingen.

Fühlen Sie sich als Sieger?

Ich fühle mich nicht als Sieger. Aber ich habe etwas in Bewegung gesetzt. Das ist immer eine persönliche Satisfaktion.

Sie haben gestern eine Strafanzeige, unter anderem wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung eingereicht. Ziehen Sie die Anzeige nun zurück?

Nein. Ich habe noch keinen Anlass, mich zu bewegen. Ich warte die Generalversammlung vom kommenden Freitag ab. Bevor ich kein schriftliches Dokument sehen, das den Verzicht auf die 72 Millionen Franken festhält, ziehe ich die Anzeige nicht zurück. Der Vorfall ist damit ja nicht vom Tisch. Das Konkurrenzverbot wurde hinter dem Rücken der Aktionäre geschlossen, was meiner Ansicht nach gegen geltendes Recht verstossen hat.

Novartis teilte am Dienstag mit, Daniel Vasella habe freiwillig auf die 72 Millionen verzichtet. Glauben Sie das?

Nein, Herr Vasella hat das sicher nicht von sich aus gemacht.

Gehen Sie am Freitag nach wie vor nicht an die Novartis-Generalversammlung?

Nein, ich will will mich von Herrn Vasella nicht abkanzeln lassen.

Aber die Verzichtserklärung von Herrn Vasella hat Ihnen doch den Rücken gestärkt.

Das stimmt.

Ich bekomme sehr viel Zuspruch und Glückwünsche. Praktisch im Minutentakt erreichen mich derzeit Mails von Novartis-Aktionären, die mir gratulieren.