Handel und Tourismus

Handelskonzern Arcandor will 437 Mio. Euro vom deutschen Staat

Staatshilfe beantragt

Staatshilfe beantragt

Der schwer angeschlagene Touristik- und Handelskonzern Arcandor, dem unter anderem die Karstadt-Warenhäuser gehören, hat bei der deutschen Regierung einen Notkredit über 437 Mio. Euro beantragt.

Das Geld soll aus der staatlichen Rettungsbeihilfe kommen und die Liquidität für die nächsten sechs Monate sichern.

Die finanzielle Stabilisierung des Unternehmens sei Voraussetzung für die Aufnahme von Gesprächen über ein gemeinsames Konzept mit der Metro AG, teilte Arcandor mit. Damit rückt eine Fusion der Warenhauskette Karstadt von Arcandor und Kaufhof (Metro) näher. Zusammen genommen haben Karstadt und Kaufhof mehr als 200 Filialen.

Für Arcandor wird die Zeit knapp, denn nach eigener Aussage droht dem Konzern die Insolvenz, wenn seine überlebensnotwendige Finanzierung nicht bis zum 12. Juni steht.

Die Regierung kündigte nach dem Antrag noch für diesen Freitag ein erneutes Spitzentreffen in Berlin an, um Rettungswege für Arcandor auszuloten. Daran sollten am Nachmittag im Wirtschaftsministerium Vertreter der Banken, Gläubiger, Eigentümer und des Metro-Konzerns teilnehmen.

Unabhängig vom aktuellen Kreditantrag bemüht sich Arcandor bei der Regierung weiter um eine Staatsbürgschaft in Höhe von 650 Mio. Euro. Dieser Antrag bleibe unberührt, betonte Arcandor. Allerdings sind die Chancen, dass Arcandor noch Mittel aus dem von der Regierung eingerichteten Deutschlandfonds erhält, gering.

Arcandor hat nach Angaben eines Unternehmenssprechers derzeit rund 2,6 Mrd. Euro Schulden. Ein im April vorgestelltes Sanierungskonzept sah bereits die Auslagerung von rund 10000 der 82000 Stellen vor.

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