Der Bundesrat begrüsse die Massnahmen "ausdrücklich", heisst es in der Mitteilung. Weiter hält die Bundeskanzlei fest, der Bundesrat habe Kenntnis genommen von den neusten Analysen des Volkswirtschaftsdepartementes zur Entwicklung des Eurokurses, zur Frankenstärke und zu den möglichen Konsequenzen für die Wirtschaft.

Experten sehen in den Massnahmen der Nationalbank ein starkes Signal an die Finanzmärkte und die Investoren, die den Franken in den vergangenen Wochen immer mehr in die Höhe getrieben haben. Der Effekt bleibe abzuwarten, heisst es. "Es ist eine starke Geste: Die Nationalbank macht etwas und das gezielt", sagte Ökonom Janwillem Acket von der Bank Julius Bär im Gespräch mit der sda.

Ob nun die Gefahr abgewendet ist, dass der Euro zum Franken bald 1:1 gehandelt wird, wird sich laut Acket weisen: "Wenn die Märkte das wollen, werden sie es austesten." Der Franken sei aber ohnehin schon hoffnungslos überbewertet.

"Sie macht, was sie kann"

Auch für Fabian Heller von der Credit Suisse (CS) bleibt abzuwarten, wie sich der Euro-Frankenkurs weiter entwickeln wird. Die SNB habe mit dem Zinsschritt und der Erhöhung der Liquidität Massnahmen ergriffen, die ihr zur Verfügung stehen: "Sie macht, was sie kann", so das Urteil des CS-Ökonomen. Am Markt glaubt man aber nicht an einen Befreiungsschlag.

Auch bei den Wirtschaftsverbänden als auch beim Gewerkschaftsbund stossen die neuen Massnahmen der SNB zur Abschwächung des starken Frankens auf Zustimmung. Economiesuisse hat Verständnis für die Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank. "Angesichts der gegenwärtigen Krisensituation unterstützen wir die Intervention der Nationalbank. Sie sendet damit ein klares Signal an die Märkte", sagte Thomas Pletscher von der Economiesuisse-Geschäftsleitung.

Auch der Schweizerische Gewerkschaftsbund äusserte sich zufrieden. "Der SGB ist froh, dass die SNB endlich von ihrer Laissez-faire-Politik abweicht und die massive Überbewertung des Frankens bekämpft", heisst es in einem Communiqué. Die eingeleiteten Massnahmen gehen den Arbeitnehmervertretern aber zu wenig weit. "Bei den beschlossenen Massnahmen handelt es sich nur um ein Light-Paket", heisst es. Die SNB werde nicht darum herumkommen, eine Untergrenze des Euros gegenüber dem Franken festzulegen.