In den letzten Jahren ist es in der Schweiz zu einem regelrechten Nail-Studio-Boom gekommen, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet. „Ich schätze, dass das Angebot an Nail-Studios in der Schweiz heute doppelt so gross ist als noch vor fünf Jahren“, sagt Steffi Brühlmann, Präsidentin des Berufsverbands Swiss Nail Design.

Offizielle Umsatzzahlen zum Markt gibt es keine. Doch eine neue Studie des Beratungsunternehmens B,S,S. liefert Indizien, die Brühlmann recht geben: Arbeiteten vor zehn Jahren erst 2200 Personen in der Hand- und Fusspflegebranche, so sind es heute über 5400 – eine Zunahme um 145 Prozent. Beim Hair- und Nail-Grossisten HNC, der seine Produkte in fünf Shops in der Deutschschweiz verkauft, steigt der Nail-Anteil laut Verkaufsleiter Felix Lehmann gar wöchentlich.

Der Grosshändler Dobi mit Sitz in Suhr AG, der auch Ausbildungskurse für Naildesign anbietet, bestätigt den Boom ebenso. Zu den öffentlichen Geschäften gesellen sich viele private Anbieterinnen in den eigenen vier Wänden. „Diese Home-Studios können günstigere Preise anbieten, da sie keine Mehrwertsteuer, Sozialleistungen, Geschäftsmieten, und, und, und bezahlen müssen“, sagt Brühlmann in der „Schweiz am Sonntag“. Zudem springen zunehmend Coiffeure auf den Zug auf und richten in ihrem Lokal Nail-Tische für Zusatzgeschäfte ein. Der Umsatz könne je nach Geschäftsformat zwischen einigen hundert bis zu fünfzehn Tausend Franken pro Monat betragen, sagt Brühlmann. „Wenn jemand viel arbeitet und treue Stammkunden hat, lässt sich mit einem Nailstudio sehr gut eine Familie ernähren.“

Vor allem auch für ausländische Frauen ohne gute Deutschkenntnisse seien Nagelstudios vielfach die einfachste wenn nicht gar einzige Möglichkeit, ein unabhängiges Geschäft zu starten. Dies hat laut der Zeitung zu einem starken Preiskampf geführt.

Für Bea Betri, die in Zürich seit zwölf Jahren vier Schminkbar-Studios betreibt, neu nach Winterthur und Basel expandiert, und auch Manicuren anbietet, ist klar: „Es tauchen zwar sehr viele neue Nail-Salons auf, aber es verschwinden auch sehr viele.“ Neueinsteigerinnen würden oft viel zu tiefe Preise anbieten und den grössten Teil der Wertschöpfung – die eigene Arbeit – unterschätzen. „Das ist dann der Anfang vom Ende.“