So wollte auch die UBS vor drei Monaten nichts von einem Datendieb aus ihren Reihen gewusst haben, als das deutsche Bundesland den Kauf von vier Steuer-CDs vermeldete. «Uns ist kein Informationsleck bekannt», sagte ein UBS-Sprecher damals zur «Nordwestschweiz». Er fügte an, dass man ein solches zwar nicht ausschliessen könne, er aber bezweifle, dass Nordrhein-Westfalen überhaupt CDs mit UBS-Kundendaten gekauft hatte.

Allein der Bluff mit Daten-CDs sollte deutsche Steuersünder also zur Selbstanzeige bewogen haben. Walter-Borjans nährte die Spekulationen gekonnt. «Wer das für einen Bluff hält, muss mit dem Risiko leben, dass es keiner sein könnte», entgegnete er.

UBS rät, Karten offenzulegen

Nach den Bluffs die Razzien – muss man nun konstatieren. Der Kauf von Daten-CDs habe zu den bundesweiten Razzien geführt, liess die zuständige Staatsanwaltschaft Bochum die Medien gestern wissen. Wirklich überrascht scheint man bei der UBS nicht zu sein. Man habe einen Datendiebstahl ja auch nie ausschliessen können, heisst es bei der Schweizer Grossbank. Etwas umständlich schreibt sie sich aus der Schusslinie: «Generell empfiehlt UBS möglicherweise betroffenen deutschen Kunden den Weg in die Steuerkonformität mit einem unabhängigen Steuerberater aktiv anzugehen.»

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Offiziell hofft man bei der UBS noch immer auf eine Verabschiedung des Steuerabkommens im deutschen Bundesrat am 23.November, auch wenn hinter vorgehaltener Hand kaum jemand mehr daran glaubt. Die Losung lautet: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die UBS unterstütze die Abgeltungssteuer voll und ganz, heisst es.

Zwar befasst sich nach einem Nein noch der Vermittlungsausschuss mit Vertretern aus Bundesrat und Bundestag mit der Vorlage. Auch wenn die sich einigen sollten: Die Chancen würden damit nicht steigen, dass an der letzten Sitzung des Bundesrats, am 14.Dezember, die Opposition Ja sagt.