Verkehr

Güterverkehr braucht 4-Meter-Korridor auf der Gotthard-Achse

Hupac-Direktor Bernhard Kunz

Hupac-Direktor Bernhard Kunz

Unternehmen und Verbände der Güterverkehrsbranche fordern sofortige Massnahmen, damit der Gotthard-Basistunnel die erhoffte Wirkung für die Verlagerung des Güterverkehrs entwickeln kann. Notwendig seien ein durchgehender 4-Meter-Korridor und Terminals im Süden.

"Wenn zwei Jahre nach Eröffnung des Gotthard-Basistunnels das Verlagerungsziel auch nur teilweise erreicht werden soll, muss sich einiges ändern auf den Schienen der Schweiz", sagte Bernhard Kunz, Direktor des Kombi-Operateurs Hupac am Montag in Zürich vor den Medien. Denn bis 2019 müssten zusätzlich 1,2 Millionen Strassensendungen im Alpentransit auf die Schiene verlagert werden.

Mit dem Durchstich beim Gotthard-Basistunnel sei zwar eine wichtige Etappe der Neuen Alpentransversale (Neat) erreicht worden. Das allein genüge aber nicht. Ohne eine zügige Weiterentwicklung der 125-jährigen Infrastruktur auf den Zufahrtsstrecken könne das Verlagerungsziel nicht erreicht werden.

In einem Positionspapier fordern der Verband verladende Wirtschaft (VAP), der Verband öffentlicher Verkehr und Hupac zwischen Basel und Chiasso insbesondere einen durchgehenden 4-Meter-Korridor, damit auch Sattelaufleger auf der Schiene befördert werden können. Die heutige Infrastruktur weise nur ein Profil von 3,80 Metern auf und schliesse solche Transporte weitgehend aus.

Zukunft hängt von wenigen Zentimetern ab

Von den 20 Zentimetern hänge entscheidend die weitere Entwicklung des kombinierten Güterverkehrs ab, betonte Kunz. Bei den Bahnwagen liessen sich keine zusätzlichen Höhenzentimeter gewinnen.

Gelöst werden müsse das Problem der ungenügenden Profilhöhe deshalb durch Gleisabsenkungen. "Wir fordern keine Luxuslösungen, sondern ein schnelles und pragmatisches Vorgehen", betonten die Transporteure. Um das Scheitern der Verlagerungspolitik zu verhindern, müsse die 4-Meter-Profilerweiterung bis zu Eröffnung des Gotthard-Basistunnels realisiert sein.

Das Positionspapier geht davon aus, dass an rund 100 bestehenden Tunnel und Brücken Anpassungen vorgenommen werden müssen. Die Kosten werden auf rund 300 Millionen Franken geschätzt.

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