Auf Initiative der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER) einigten sich die Schweizer Güterbahnen SBB Cargo und BLS Cargo sowie die deutschen Güterbahnen DB Schenker Rail und TX Logistik auf gemeinsame Positionen.

Eine Beseitigung von Infrastruktur-Engpässen sei "eminent wichtig", insbesondere auf bestimmten grenzüberschreitenden europäischen Achsen wie dem Korridor Rotterdam - Genua. Die Engpässe liegen laut der SBB im deutschen Oberhausen, in Basel, Chiasso und Mailand.

"Die neuen Infrastrukturen der Betuwelinie, des Lötschberg- und Gotthardbasistunnels müssen nun zu einem durchgehenden, leistungsfähigen Korridor verknüpft werden", forderte Dirk Stahl, CEO der BLS Cargo, laut Communiqué.

Mehr Kapazitäten könnten weiter erreicht werden durch Vorrang von Güterzügen, harmonisierten Operationsprozessen und der Einführung von Fahrplantrassen. Die Güterbahnen forderten zudem, dass die Kostenbelastungen für die Eisenbahnverkehrsunternehmen einen wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehr zulassen.

Mehrkosten durch unterschiedliche Systeme

Ausserdem müsse eine "signifikante Vereinfachung und Verbesserung der Abläufe erfolgen", die minimale operative Stopps vorsehe. Besonders die Interoperabilität sei eine Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Bahnen gegenüber der Strasse.

"Die Bahnen kämpfen nach wie vor mit unterschiedlichen nationalen Bestimmungen wie zum Beispiel aufwendige Zulassungsverfahren oder unterschiedliche Sicherheitssysteme", wird Nicolas Perrin, CEO der SBB Cargo, im Communiqué zitiert. Diese Mehrkosten reduzierten die Vorteile des grenzüberschreitenden Verkehrs für die Bahn.

Der Korridor 1, auch als "Korridor A" bezeichnet, geht von Rotterdam in der Niederlande und Zeebrugge in Belgien via die deutschen Städte Köln, Duisburg und Mannheim nach Basel. Über zwei Trassen führt der Korridor durch die Schweiz nach Genua an die italienische Mittelmeerküste.