Die deutsche Regierung meine es jedoch ernst mit dem Steuerabkommen, ist Grübel überzeugt. «Das heisst aber nicht, dass das Abkommen auch ratifiziert werden kann, denn es scheint, dass es keine Mehrheit dafür in den Ländern gibt. Auch das Volk steht dem Abkommen sehr skeptisch gegenüber. Was wir heute erleben, sind die Auswirkungen einer sich ständig verbessernden Transparenz und die für einige zum Teil schmerzliche Erkenntnis, dass Transparenz keine Geheimnisse toleriert.» Grübel schreibt in seiner wöchentlichen Kolumne in der Zeitung «Der Sonntag»: «Unser Finanzplatz wird nicht so schnell aus den negativen Schlagzeilen kommen, die übrigens meist hausgemacht sind.»

Alle Geschäfte, die unter dem Schutz des Bankgeheimnisses abgeschlossen wurden, würden jetzt infrage gestellt. «Einmal, weil wir selbst das Bankgeheimnis infrage stellen und sogar mit Ausnahmeregeln brechen und andererseits, weil die Technologie es einfacher gemacht hat, es zu brechen, ohne dass grosse Konsequenzen zu befürchten wären. Zudem haben wir ein Verständnis entwickelt, das jedem Staat freie Hand gibt in der Art und Weise, wie er Steuern eintreibt.»