Mit der Einführung einer Umweltzonen-Vignette will der Bund die "Dreckschleudern" unter den Fahrzeugen aus dem städtischen Verkehr verbannen. Die entsprechenden Verordnungentwürfe waren bis Freitag in der Anhörung. Mit diesem Vorstoss entsprach das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) einem Wunsch einzelner Kantone, namentlich Genfs und des Tessins.

Bis zu 50 Prozent Schadstoffreduktion

Diese beiden Kantone begrüssen die vorgeschlagenen rechtlichen Anpassungen denn auch ausdrücklich. Eine Machbarkeitsstudie für die Städte Lugano und Chiasso habe gezeigt, dass eine solche Massnahme wirkungsvoll sei, stellt die Tessiner Regierung fest.

Die Schadstoffe könnten dadurch um 30 bis 50 Prozent reduziert werden. Da von der Massnahme im Tessin nur etwa 9 Prozent der immatrikulierten Fahrzeuge betroffen wären, sei von einer überproportionalen Wirkung auszugehen, schreibt die Tessiner Regierung weiter.

Der Kanton Genf hat die Möglichkeit von Umweltzonen - in Erwartung einer Regelung auf Bundesebene - bereits 2008 in seine revidierte Luftreinhalteverordnung aufgenommen.

Kantone gespalten

Die anderen Kantone sind gespalten. Auch wenn die Stossrichtung der Idee vielfach begrüsst wird, zeichnet sich, zumindest aufgrund der bisher vorliegenden Antworten, eine Nein-Mehrheit ab.

Dafür sind beispielsweise die Kantone Bern, Basel-Stadt oder Graubünden und Jura, während die Kantone Zürich oder Aargau neben einer Reihe weiterer, kleinerer Kantone dagegen sind. Die Gegner argumentieren häufig mit der Aufwand-Nutzen-Rechnung und mit der Auffassung, dass die Autos ohnehin immer umweltfreundlicher werden.

Der Schweizerische Städteverband stellt seinerseits aufgrund einer internen Umfrage fest, dass die grossen Städte die Errichtung von Umweltzonen klar befürworten. Sie sehen darin einen Anreiz für Autofahrer, schneller auf schadstoffärmere Fahrzeuge umzusteigen.

Kleinere Städte sind gegen Umweltzonen. Sie befürchten, dass sich der Verkehr auf Gebiete ausserhalb dieser Zonen verlagern wird.