Finanzkrise

Grossbritannien und Niederlande: Kein Schuldennachlass für Island

Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir (Archiv)

Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir (Archiv)

Islands Bemühungen um Erleichterungen bei der Tilgung seiner riesigen Auslandsschulden sind gescheitert. Wie das Finanzministerium in Reykjavik bestätigte, waren die Verhandlungen mit Briten und Niederländern am Vortag in London nicht von Erfolg gekrönt.

Nachdem die Regierungen von Grossbritannien und den Niederlanden keine besseren Konditionen für die Rückzahlung von 3,8 Mrd. Euro mehr einräumen wollen, soll nun endgültig die Bevölkerung der Inselrepublik am 6. März bei einem Referendum über die bisher ausgehandelten Bedingungen entscheiden.

Bei der Volksabstimmung in gut einer Woche gilt ein klares Nein nach allen Umfragen als weitgehend sicher.

Die Regierung von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir hatte nicht zuletzt deshalb um neue Gespräche mit den Gläubigerländern gebeten, dabei aber auch ein verbessertes Angebot zurückgewiesen.

Island muss die 3,8 Mrd. Euro, die gut zwei Drittel eines kompletten Staatshaushaltes ausmachen, aus dem Zusammenbruch der heimischen Internetbank Icesave 2008 zurückzahlen. Briten und Niederländer verlangten dafür bis 2024 zunächst einen Zinssatz von 5,5 Prozent.

Sie gingen bei den Nachverhandlungen auf einen Satz von 2,75 Prozent plus variablem Restzins herunter. Dies entspricht den Bedingungen, wie sie die nordeuropäischen Partner Islands für ihre Hilfskredite gesetzt haben.

Für Islands durch die Finanzkrise massiv angeschlagene Wirtschaft ist eine schnelle Einigung über die Icesave-Schulden entscheidend, weil zugesagte Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) eher nicht freigegeben werden. Auch Islands Verhandlungen mit der EU über einen schnellen Beitritt sind abhängig von einer Einigung mit Grossbritannien und den Niederlanden.

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