Lieferservice
Grossandrang wegen Corona-Virus: Kunden müssen tagelang auf Lebensmittel-Lieferungen warten

Weil die Online-Shops der Detailhändler überrannt werden, sind Liefertermine ausgebucht. Viele Produkte sind nicht mehr lieferbar.

Stefan Ehrbar
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Glück, wer sofort beliefert wird. Die Lieferdienste erleben einen Grossandrang, weil Kunden die Läden meiden.

Glück, wer sofort beliefert wird. Die Lieferdienste erleben einen Grossandrang, weil Kunden die Läden meiden.

Keystone

F. B. kauft für ihre Familie regelmässig bei LeShop, dem Online-Shop der Migros ein. Doch diese Woche klappte die Bestellung nicht: Statt des üblichen Lieferdatums am Montag muss B. bis am Freitag warten, bis ihre Einkauf geliefert wird. Die Detailhändlerin wird zurzeit von Bestellungen überrannt. Wegen des Coronavirus bestellen überdurchschnittlich viele Kunden online. Liefertermine sind nun teils tagelang ausgebucht.

Ein Test zeigt: Eine Bestellung, die am Dienstagmorgen bei LeShop getätigt wird, wird frühestens am Samstagmorgen nach Hause geliefert – und zwar sowohl in St. Gallen, Zürich, Aarau als auch in kleineren Dörfern. «Aufgrund vieler Bestellungen stehen nicht mehr alle Lieferdaten zur Verfügung», warnt die Migros ihre Kunden. Auch seien bestimmte Produkte «aufgrund eines unerwarteten Anstieg der Bestellungen» nicht verfügbar.

Desinfektionstücher sind ausverkauft

Migros-Sprecher Marcel Schlatter sagt, seit vergangener Woche verzeichne die Migros eine «augenfällig erhöhte Nachfrage» nach Gütern des täglichen Bedarf. Das gelte für LeShop und die Supermärkte gleichermassen. Der Zuwachs sei in der ganzen Schweiz feststellbar. Vor allem Konserven, Beilagen, Milchprodukte und Babynahrung würden geordert. Vereinzelt komme es deswegen zu Lieferverzögerungen. «Von einem Engpass kann aber keine Rede sein», so Schlatter. Die aktuellen Entwicklungen würden in die weitere Planung der Warenbeschaffung einbezogen und die Kapazitäten erhöht.

Nicht nur die Migros, auch Konkurrentin Coop hat Probleme mit dem Sturm auf die Online-Shops. Bei coop@home sind Lieferungen derzeit teils erst in einigen Tagen wieder möglich, wie ein Test zeigt. Einige Produkte sind nicht mehr erhältlich. Dazu gehören auch Desinfektionstücher. Coop schreibt, aufgrund von Lieferengpässen seien derzeit «überdurchschnittlich viele Produkte nicht verfügbar.»

«Vereinzelt sind Termine ausgebucht»

Coop-Sprecherin Rebecca Veiga sagt, die Nachfrage nach bestimmten Produkten wie länger haltbare Lebensmittel habe seit der letzten Woche in der ganzen Schweiz zugenommen. Generelle Engpässe seien aber kein Thema. «In allen Liefergebieten von coop@home sind Termine innerhalb einiger Tage verfügbar», sagt Veiga. «Vereinzelt können kurzfristige Liefertermine ausgebucht sein.» Coop habe Massnahmen getroffen, um die Versorgung sicherzustellen. Details kommuniziert die Detailhändlerin nicht.

Andere Händler wittern nun ein Geschäft. Die Warenhaus-Kette Manor führt etwa in ihrem Online-Shop seit kurzem Desinfektionstücher. Das Produkt gilt bereits als Bestseller, alleine am Dienstagmorgen haben es 800 Kunden in ihren Warenkorb gelegt. Innert zwei bis drei Tagen werde geliefert, verspricht Manor. Anders sieht es beim Online-Warenhaus Galaxus aus. Wer dort Desinfektionstücher bestellt, braucht Geduld. Erst in zwei bis drei Wochen ist eine Lieferung wieder möglich.

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