Seit Ausbruch der Krise sei das Bruttoinlandprodukt (BIP) um gut 20 Prozent gefallen. Die Lage sei ähnlich dramatisch wie nach der grossen Rezession im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1929, heisst es in einem Bericht der Notenbank, der dem griechischen Parlament vorgelegt wurde.

Es ist bereits das fünfte Rezessionsjahr. Die Arbeitslosigkeit übertrifft 25 Prozent. Für Griechenland müsse es dringend einen nationalen Plan für Wachstum geben, fordert die Notenbank. Positive Entwicklung: Wegen der harten Sparmassnahmen und Kürzungen habe die griechische Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit grösstenteils wieder gewonnen. Die Eckpunkte des Berichtes wurden am Montag in der griechischen Presse veröffentlicht.

Start des Schuldenrückkaufes

Derweil veröffentlichte Griechenland am Montag die Bedingungen für seinen geplanten Schuldenrückkauf. Den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten werden Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Wertes gemacht.

Die Offerte endet am Freitagnachmittag (7.12.), wie die zuständige staatliche Behörde PDMA mitteilte. Die Aktion ist wichtiger Bestandteil eines Milliarden-Pakets an Massnahmen, um Griechenland in den kommenden Jahren zusätzlich finanziell zu unterstützen. Ihr Erfolg ist entscheidend dafür, dass dieses Hilfspaket der internationalen Geldgeber auch umgesetzt werden kann.

Am späten Montagnachmittag will der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras seine Amtskollegen der Eurogruppe in Brüssel über die Details informieren. "Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa nach der Veröffentlichung des Athener Angebots.

Zweifel an Privatanlegern

Für den Schuldenrückkauf wird eine Summe von bis zu zehn Mrd. Euro angepeilt. Damit würde Griechenland nach Schätzungen von Experten eine Schuldenlast von bis zu 30 Mrd. Euro loswerden. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Mrd. Euro.

Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern in Ausland. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Mrd. Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden.

In Athen wird jedoch befürchtet, dass ausländische Privatanleger wie Hedge-Fonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden. Finanzminister Stournaras hatte für diesen Fall in der vergangenen Woche über einen "Plan B" gespochen, dessen Details er aber nicht bekanntgab.