Durch weitere Strukturreformen und Kürzungen auf der Ausgabenseite soll das Defizit 2011 auf 7,4 Prozent gedrückt werden. Im Vergleich zum laufenden Jahr soll die Neuverschuldung damit um 5,1 Milliarden Euro sinken.

Die Finanzminister der Eurogruppe hatten der Athener Regierung am Dienstag nahegelegt, den Sparkurs zu verschärfen, um die Defizitziele einzuhalten. Die Gläubiger EU und Internationaler Währungsfonds haben Griechenland für 2011 eine Defizit-Obergrenze von 7,6 Prozent vorgegeben.

Auch wirtschaftlich ist für das rezessionsgeplagte Land vorerst kein Licht am Ende des Tunnels absehbar: Die Regierung rechnet damit, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) nächstes Jahr um drei Prozent schrumpfen wird. EU und IWF hatten nur ein Minus von 2,6 Prozent veranschlagt.

Ende der Rezession erst 2012

Der harte Sparkurs der Regierung in Athen belastet nach Einschätzung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Wirtschaft des südosteuropäischen Landes. Ein Ende der Rezession ist nach Einschätzung der OECD erst 2012 in Sicht, wenn die Strukturreformen greifen und die Auslandsnachfrage anzieht.

Der griechische Staat ist 2009 in der Krise tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Fehlbetrag lag bei 15,4 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat zu Wochenbeginn mitteilte. Der gesamte Schuldenstand betrug damit 126,8 Prozent des BIP. Damit ist das südosteuropäische Land der mit Abstand am stärksten verschuldete Euro-Staat.

Auch im laufenden Jahr tut sich in Griechenland ein riesiges Haushaltsloch auf: Der Fehlbetrag liegt voraussichtlich bei 9,4 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Das Land steht vor einer Mammutaufgabe: Bis 2014 soll Griechenland sein Defizit auf unter drei Prozent drücken, wie dies der EU-Stabilitätspakt vorschreibt. Dieses Ziel hatten IWF und EU der Regierung in Athen verordnet, die im Gegenzug auf Hilfskredite im Volumen von 110 Milliarden Euro zurückgreifen kann.