Banken

Goldman Sachs pariert Kritik an Geschäften mit Immobilien-Krediten

Goldman Sachs hat Krise ihrer Ansicht nach nicht verschärft

Goldman Sachs hat Krise ihrer Ansicht nach nicht verschärft

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Immobilienkrise in den USA für lukrative Geschäfte genutzt und so die Finanzkrise verschärft zu haben. Die Bank habe keinen «bedeutenden» Gewinn aus der Krise gezogen.

2007 und 2008 hätten die Geschäfte mit Finanzprodukten aus gebündelten Immobilienkrediten der Bank sogar einen Verlust von mehr als 1,2 Mrd. Dollar beschert, sagte Goldman-Sachs-Sprecher Lucas van Praag.

Goldman Sachs reagierte auf die Veröffentlichung von internen E-Mails durch einen Ausschuss des Senats. In den Schreiben ist davon die Rede, dass die Investmentbank von der Immobilienkrise und dem damit zusammenhängenden Kreditmarkt profitierte.

Der Ausschussvorsitzende Carl Levin sagte, die Bank habe mit dem Verkauf komplizierter und risikoreicher Papiere das Finanzsystem bewusst hohen Risiken ausgesetzt.

Goldman Sachs habe faule Immobilienkredite zu Finanzprodukten gebündelt, diese von Rating-Agenturen gut bewerten lassen und dann verkauft - gleichzeitig jedoch auf den Verfall der Papiere gesetzt.

Goldman Sachs kritisierte die Veröffentlichung der Schreiben nun heftig. Der Senatsausschuss habe aus den zwanzig Millionen Seiten Dokumente und E-Mails "vier E-Mails herausgepickt", monierte Banksprecher van Praag.

Aus den am Samstag veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass Goldman Sachs auf einen Verfall der Immobilienpreise spekulierte. Goldman Sachs sei dieser Entwicklung "natürlich nicht aus dem Weg gegangen", schrieb Bankvorstand Lloyd Blankfein 2007 in einer E-Mail an die Belegschaft.

Goldman Sachs büsse auf der einen Seite durch den Verfall von Immobilienpreisen Geld ein, auf der anderen Seite "haben wir mehr verdient als wir verloren haben", indem die Bank auf den Verfall spekulierte. An der Börse ist es möglich, mit einer Art Wette auf Verluste Gewinne zu erzielen.

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