Es gehe um die Frage, ob sich General Motors mit einer unsachgemässen Informationspolitik rund um die defekten Zündschlösser strafbar gemacht habe, sagte eine mit den noch am Anfang stehenden Ermittlungen vertraute Person. Der Konzern lehnte eine Stellungnahme am Dienstag ab.

GM hatte seinen Rückruf im Februar auf 1,6 Millionen Autos ausgeweitet, nachdem 13 Todesfälle mit dem vor zehn Jahren erstmals aufgefallenen Mangel in Verbindung gebracht worden waren.

Betroffen sind laut GM Fahrzeuge der Modelljahre 2003 bis 2007, die überwiegend in den USA, Kanada und Mexiko verkauft wurden. Bei den Autos kann die Zündung demnach unbeabsichtigt während der Fahrt in die "Aus"-Position zurückspringen. Dabei können sich der Motor und elektrische Systeme abschalten.

Noch vor kurzem war GM davon ausgegangen, dass lediglich knapp 800'000 Fahrzeuge davon betroffen sind. Der Hersteller der Zündung, Delphi Automotive, erklärte am Dienstag, dass das Bauteil an keinen weiteren Autokonzern geliefert worden sei.

Inzwischen hat sich auch die Politik in den Fall eingeschaltet. Am Dienstag weitete der US-Kongress seine Ermittlungen aus, indem der zuständige Senatsausschuss eine Anhörung zu dem Thema in die Wege leitete.

Das Repräsentantenhaus forderte GM-Chefin Mary Barra und die Verkehrsaufsicht NHTSA auf, Informationen über ihre Reaktionen auf relevante Kundenbeschwerden zur Verfügung zu stellen. Die NHTSA untersucht ihrerseits, ob GM mit dem Rückruf rechtzeitig reagiert hat.