Auto-Industrie

GM beantragt Börsengang - Obama hofft

GM will wieder an die Börse (Archiv)

GM will wieder an die Börse (Archiv)

Gut ein Jahr nach der überstandenen Insolvenz strebt der einst weltgrösste Autobauer General Motors wieder an die Börse. Der Konzern reichte am Mittwoch einen Antrag für eine Kotierung in New York und Toronto ein, nannte dabei aber kaum finanzielle Details.

Experten erwarten ein Platzierungsvolumen von bis zu 20 Mrd. Dollar, womit der Börsengang einer der grössten der Wirtschaftsgeschichte wäre. Der Kreditkartenanbieter Visa hatte 19,7 Mrd. Dollar eingesammelt. Den Titel des Weltmeisters hält die Agricultural Bank of China, die umgerechnet 22,1 Mrd. Dollar erlöste.

GM will nach der Rettung durch den Staat wieder seine Unabhängigkeit zurückerlangen. Die US-Regierung, die GM 2009 mit rund 50 Mrd. Dollar Steuergeldern vor dem Aus bewahrt hatte, wird ihren Anteil an dem krisengeschüttelten Autokonzern von 61 auf unter 50 Prozent senken dann weniger Einfluss haben.

Auch Kanada und die Gewerkschaften könnten Aktien auf den Markt werfen. Sie hatten GM ebenfalls mit Geld beziehungsweise mit Zugeständnissen bei den Personalkosten geholfen. General Motors selbst kündigte an, nur Vorzugsaktien herauszubringen. Dieses Geld würde dann dem Unternehmen zufliessen. Die Papiere sind allerdings nicht stimmberechtigt.

Beobachter erwarten den Börsengang noch vor den US-Kongresswahlen im November. Sollte die Publikumsöffnung gut verlaufen, könnte sich US-Präsident Barack Obama unmittelbar vor der Wahl als erfolgreicher Krisenmanager präsentieren.

Experten skeptisch

Experten warnen aber, der Autobauer aus Detroit gehe in einer Zeit an die Börse, in der die Wirtschaftaussichten unsicher sind und der Weltmarkt für Autos anfällig für einen erneuten Abschwung ist.

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