Spekulationen über den Verkauf der Schuh- und Modemarke Navyboot haben sich bestätigt. Nun ist klar, das Unternehmen von Philippe Gaydoul wird definitiv verkauft. Zuerst berichtete die «Schweiz am Wochenende» über die Verkaufsabsichten des Denner-Erben. Noch am Freitag liess Navyboot-Sprecherin Christine Maier sich mit den Worten zitieren, wonach die Gruppe zu «Gerüchten grundsätzlich» keine Stellung nehme.

Die 1991 gegründete Schuhmarke wird in Zukunft von Globus geführt. Die zu Migros gehörende Warenhausgruppe übernimmt die Markenrechte an Navyboot und fast alle Verkaufsgeschäfte im Inland. Drei Verkaufsstellen bleiben bei Gaydoul, der dort bis auf weiteres Navyboot-Produkte verkaufen wird. Ebenfalls zu Globus wechseln drei Outlets.
Die Kleiderkollektion von Navyboot wurde bereits in Lizenz beim Modehaus Schild beziehungsweise beim Nachfolger Globus verkauft. Das Warenhaus habe mit der Marke im letzten Jahr einen Umsatz von 30 Millionen Franken erzielt, hiess es in einer Medienmitteilung von Globus. Nun werde die Damen- und Herrenoberbekleidungslinie Navyboot mit Schuhen und Lederwaren ergänzt. Mit dem Erwerb der 1991 gegründeten Marke will Globus das bestehende Angebot mit Schuhen und Leder-Accessoires erweitern und einen einheitlichen Markenauftritt schaffen.

Der Verkauf erfolgt per 1. Januar 2019. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Gemäss Schätzungen bezahlte Gaydoul vor zehn Jahren rund 100 Millionen Franken für das damals aufstrebende Schuhlabel.

Weniger statt mehr Filialen

Seit Jahren gibt es Anzeichen, dass es bei Navyboot nicht rund läuft. Vor zwei Jahren hat Gaydoul überraschend wieder die Führung des Unternehmens übernommen, nachdem der damalige Chef von Bord gegangen war. Eigentlich wollte Gaydoul nicht mehr im operativen Geschäft tätig sein. Damals gab sich der Unternehmer optimistisch, weitere Läden zu eröffnen.
Statt mehr Filialen gab es bald weniger. Im Juli wurde bekannt, dass Navyboot sechs Filialen in Deutschland schliessen würde. Eine Kooperation mit Karstadt wurde nach zwei Jahren wieder aufgegeben. Die Schweizer Marke erhoffte sich, den Bekanntheitsgrad in Deutschland steigern zu können. Die Gaydoul Group suchte bereits seit längerem einen Käufer für die defizitäre Schuhmarke. Der Geldabfluss hat zu Diskussionen innerhalb der Familie geführt, die nicht mehr bereit war, die Verluste zu tragen.

Nach dem Verkauf von Denner an die Migros baute Philippe Gaydoul ein Portfolio mit Premiummarken auf. Dazu zählten neben Navyboot auch die Strumpfhersteller Fogal und die Edelsportbekleidungsmarke Jetset. Nach dem Verkauf von Fogal und Navyboot bleibt nur noch Jetset übrig.

Die Gaydoul Group wird sich in Zukunft vermehrt auf Familiy-Office-Tätigkeiten konzentrieren, also die Verwaltung des eigenen Immobilienportfolios und von Wertpapieren.