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Glarner Kantonalbank zieht frühere Chefs zur Verantwortung

Filiale der Glarner Kantonalbank in Glarus (Archiv)

Filiale der Glarner Kantonalbank in Glarus (Archiv)

Das Millionen-Debakel bei der Glarner Kantonalbank (GLKB) hat juristische Konsequenzen. Die Bank geht in Absprache mit der Kantonsregierung zivilrechtlich gegen einen Teil der früheren Chefs vor und will Schadenersatz.

Zivilrechtliche Ansprüche werden auch gegenüber der ehemaligen Revisionsstelle der Kantonalbank geltend gemacht, wie die GLKB mitteilte. Von welchen früheren Chefs Schadenersatz gefordert wird, will die GLKB nicht bekanntgeben. Die Bank wolle Vorverurteilungen vermeiden, sagte Mediensprecher Patrik Gallati auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Auch über die Höhe der Schadenersatzforderung machte Gallati keine Angaben. Es gehe um einen "substanziellen Betrag", sagte er lediglich.

Die GLKB hatte unter dem ehemaligen Geschäftsleitungsvorsitzenden Bernt Arpagaus eine Expansionspolitik um jeden Preis verfolgt. Nach der gescheiterten, unfreundlichen Übernahme der Ostschweizer Bank Linth brachten faule Kredite das Institut in Schieflage.

Im Geschäftsjahr 2008 musste die GLKB nach Wertberichtigungen von 96,8 Mio. Fr. einen Verlust von 56,8 Mio. Fr. ausweisen. Geschäftsführer Arpagaus war im März vergangenen Jahres nach seiner Kündigung per sofort freigestellt worden.

Das Glarner Kantonsparlament, der Landrat, lehnte die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zur Klärung des Geschäftsgebarens ab. Im Oktober letzten Jahres eilte dann das Parlament auf Antrag der Regierung der Glarner Staatsbank mit einem Sanierungsbeitrag von 20 Mio. Fr. zu Hilfe.

Die Bank selbst musste den Jahresgewinn 2007 von 5 Mio. Fr. zur Sanierung beisteuern. Dieser Zuschuss und die Finanzspritze des Kantons wurden zur Erhöhung des Dotationskapitals von 55 Mio. auf 80 Mio. Fr. verwendet.

Finanzdirektor Rolf Widmer sagte dem Parlament, es längen keine Anhaltspunkte für strafrechtliche Verfehlungen bei der Bank vor.

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