Banken

Glarner Kantonalbank nach Millionendebakel mit Klage erfolgreich

Die Glarner Kantonalbank kann einen Etappensieg verbuchen

Die Glarner Kantonalbank kann einen Etappensieg verbuchen

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) hat bei der Aufarbeitung des Millionen-Debakels früherer Chefs einen Erfolg mit einer Berufungsklage erzielt: Zuständig für die Schadenersatzklage der Bank gegen ehemalige Bankorgane ist das Glarner Kantonsgericht.

Das Glarner Obergericht entschied in zweiter Instanz, dass das Kantonsgericht zuständig ist für die gesamte Klage, wie die GLKB am Freitag mitteilte. Damit wird ein einziger Prozess durchgeführt gegen belangte ehemalige Bankräte und frühere Mitglieder der Geschäftsleitung sowie gegen die externe Revisionsstelle.

Erstinstanzlich hatte der ausserordentliche Kantonsgerichtspräsident entschieden, dass der Prozess gegen die Bankräte vor dem Verwaltungsgericht geführt werden soll, während für den Prozess gegen die Mitglieder der Geschäftsleitung sowie die externe Revisionsstelle das Kantonsgericht zuständig sei.

Durch faule Kredite in Schieflage

Die GLKB hatte unter dem ehemaligen Geschäftsleitungsvorsitzenden Bernt Arpagaus eine Expansionspolitik um jeden Preis verfolgt. Nach der gescheiterten, unfreundlichen Übernahme der Ostschweizer Bank Linth brachten faule Kredite das Institut in Schieflage.

2008 hatte die GLKB nach einer aggressiven Wachstumspolitik Wertberichtigungen von rund 97 Mio. Fr. ausweisen müssen, was zu einem Jahresverlust von 56,8 Mio. Fr. führte.

Die GLKB hat inzwischen wieder Tritt gefasst. In den Jahren 2009 sowie 2010 schrieb sie wieder Gewinne, die dazu verwendet werden, Altlasten abzubauen. Der aktuelle Bilanzverlust beläuft sich derzeit auf 35 Mio. Franken.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1