Die CS gab am Donnerstag einen Reingewinn von 768 Mio. Fr. für das zweite Quartal 2011 bekannt. In zweiten Quartal 2010 hatte die Credit Suisse 1,6 Mrd. Fr. Gewinn erzielt, obwohl schon damals ein eher flaues Geschäft in der Investmentbank das Geschäft prägte. Im Vorquartal betrug der Gewinn der Bank 1,14 Mrd. Franken.

Mit den Zweitquartalsergebnis liegt die CS deutlich unterhalb der Prognosen vieler Analysten. In einer Umfrage der Finanznachrichtenagentur AWP hatten die Experten bis zu 1,3 Mrd. Fr. Gewinn vorausgesagt. "Die Resultate sind unbefriedigend", sagte CS-Finanzchef David Mathers während einer Telefonkonferenz.

Milliarden-Einsparung

Mit ihrem Sparprogramm, das am stärksten die Investmentbank trifft, will die Bank im nächsten Jahr die Kosten um 1 Mrd. Fr. senken. Der Stellenabbau und andere Massnahmen dürften die CS dieses Jahr noch 400 Mio. bis 450 Mio. Fr. kosten. 142 Mio. Fr. davon belasten bereits die Rechnung des zweiten Quartals.

Derzeit zählt die CS etwa 50'700 Stellen. Den letzten grossen Stellenabbau hat die Bank Ende 2008 bekannt gegeben, als 5300 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fielen. Durch gleichzeitigen Ausbau wichtiger Konzernbereiche war der Stellenbestand der CS über die vergangenen Jahre immer in etwa gleich hoch.

Die CS beschäftigt seit Jahren konstant etwa zwei Fünftel ihrer Mitarbeiter in der Schweiz. Laut CS-Sprecher Marc Dosch will die Bank bei der nun angekündigten Stellenstreichung in der Schweiz keine Entlassungen verfügen. Für Mitarbeiter, die nicht innerhalb der CS eine neue Stelle finden würden, gebe es ein internes Programm zur Stellensuche und zur Weiterbildung.

Schwieriges Umfeld

Schon Konkurrentin UBS, aber auch US-Grossbanken hatten von einem schwierigen zweiten Quartal berichtet. Für das Investmentbanking ist die anhaltende Unsicherheit der Märkte, getrieben durch die hohe Verschuldung einiger europäischer Länder sowie der USA, keine gute Voraussetzung für florierende Geschäfte. In der CS-Investmentbank ging der Vorsteuergewinn um 71 Prozent zurück.