Versicherungen

Gewinn von Axa Winterthur wegen tiefer Zinsen gesunken

Gebäude der Axa-Versicherung in Winterthur (Archiv)

Gebäude der Axa-Versicherung in Winterthur (Archiv)

Die Axa Winterthur hat 2013 weiter neue Kunden gewonnen und das Geschäftsvolumen um 6,1 Prozent auf 12,1 Mrd. Fr. gesteigert. Gleichzeitig sanken die Verwaltungs- und Schadenskosten im Verhältnis zu den Prämieneinnahmen. Dennoch lag der Gewinn tiefer als im Vorjahr.

Der operative Gewinn der Schweizer Ländergesellschaft des französischen Axa-Konzerns betrug 838 Mio. Franken, der Reingewinn 822 Mio. Franken. Gegenüber 2012 entspricht dies einem Rückgang von 3,0 respektive 3,2 Prozent, wie es am Freitag in einem Communiqué hiess. Grund für den Gewinnrückgang war einzig das tiefe Zinsniveau. Dieses schmälerte den Ertrag der Anlagen des Versicherers.

Im Markt hat sich Axa Winterthur dagegen gut behaupten können. Im Lebensgeschäft hat der Versicherer sein Geschäftsvolumen insgesamt um 8,6 Prozent auf 8,8 Mrd. Fr. steigern können. Dabei konnte insbesondere im Kollektivlebensgeschäft ein sattes Wachstum realisiert werden. Dort profitiert der Versicherer vom Trend hin zu Vollversicherungen.

So stieg das Geschäftsvolumen im Kollektivlebengeschäft um 9,5 Prozent auf 7,4 Mrd. Franken. Neu akquirieren konnte Axa Winterthur Geschäfte mit Jahresprämien in der Höhe von 403 Mio. Franken. Der Versicherer ist in diesem Sektor 2013 damit deutlich stärker gewachsen als noch 2012, als das Neugeschäft ein Jahresprämienvolumen von 323 Mio. Fr. umfasste.

Thomas Gerber, der Leiter des Lebensgeschäfts der Axa Winterthur, wird im Communiqué denn auch dahingehend zitiert, dass Vollversicherungen gerade für KMU einen hohen Stellenwert hätten und die Nachfrage entsprechend hoch ist. Bei Vollversicherungslösungen gibt der Anbieter dem Unternehmen volle Garantien für Pensionskassenverpflichtungen.

Erfolgreich auch im Einzellebengeschäft

Als positiv wertet Gerber, dass die Axa Winterthur auch im insgesamt rückläufigen Einzellebensgeschäft ihre Einnahmen um 4,5 Prozent ausweiten konnte. Die Prämieneinnahmen ebenfalls steigern konnte die Schweizer Tochter des europaweit zweitgrössten Versicherers bei den Schadensversicherungen.

Für ihre Haushalts- und Motorfahrzeugversicherungen überwiesen die Kunden der Axa Winterthur 2013 Prämien in Höhe von brutto 3,3 Mrd. Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 0,7 Prozent.

Neue Verträge konnten allerdings bei weitem nicht mehr so viele abgeschlossen werden wie 2012. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass die Prämien für Hausratsversicherungen erhöht wurden und bei den Motorfahrzeugversicherungen die Kunden immer häufiger von einem zum anderen Anbieter wechseln, wie es bei der Axa Winterthur auf Anfrage hiess.

Da im Schadenversicherungsgeschäft die Verwaltungskosten und die Schadenszahlungen im Verhältnis zu den Prämieneinnahmen zurückgingen, verdiente die Axa Winterthur in diesem Geschäftsfeld mehr als im Vorjahr. Die Schadenszahlungen fielen mit 103 Mio. Fr. aufgrund von Unwettern, Hagelzügen und anderen grösseren Schadenereignissen aber knapp 23 Prozent höher aus als im Jahr davor, wie aus dem Communiqué hervorgeht.

Trotz Unwetter mehr Gewinn

Mit höheren Schadenszahlungen war auch der ganze Axa-Konzern konfrontiert: Trotz der hohen Flut- und Sturmschäden hat das Unternehmen mit Sitz in Paris aber das Jahr mit einem höheren Gewinn abschliessen können. Unter dem Strich verdiente Axa 2013 4,5 Mrd. Euro und damit im Vergleich zum Vorjahr 10 Prozent mehr. Bei unveränderten Wechselkursverhältnissen hätte sich der Gewinn sogar um 14 Prozent erhöht, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Die Einnahmen des Konzern erhöhten sich derweil um 1 Prozent auf 91,2 Mrd. Euro.

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