Coronakrise

Gewerbeverband droht Migros und Coop mit Strafanzeige

Ein Teil des VerkaufssortimentS im Non-Food Sektor im Migros Einkaufszentrum Laenderpark in Stans ist wegen der Corona-Pandemie abgesperrt und nicht fuer den Verkauf freigegeben.

Ein Teil des VerkaufssortimentS im Non-Food Sektor im Migros Einkaufszentrum Laenderpark in Stans ist wegen der Corona-Pandemie abgesperrt und nicht fuer den Verkauf freigegeben.

Halten sich die Branchengrösssen Coop und Migros an die Coronavorgaben des Bundesrats und halten ihr Sortiment auf die lebensnotwendigen Güter beschränkt? Der Gewerbeverband sagt nein. Er wirft den beiden vor, «Kriesengewinnler» zu sein - ein historisch belasteter Begriff.

Die beiden Grossverteiler Migros und Coop verstiessen gegen das Verbot des Bundesrats, nicht-lebensnotwendige Güter zu verkaufen, klagt der Schweizerische Gewerbeverband. Wie die SonntagsZeitung berichtet, haben Verbandspräsident Jean-François Rime und Direktor Hans-Ulrich Bigler am Freitag eingeschriebene Abmahnbriefe an Migros-Präsidentin Ursula Nold und Coop-Präsident Hansueli Loosli gesandt.

In diesen wirft er den Detailhandelsriesen eine «kontinuierliche Weigerung, sich an die Vorschriften zu halten», vor. In den Briefen stellt der Gewerbeverband ein Ultimatum: Bis Montag um 17 Uhr müssten Migros und Coop «die unverzügliche und flächendeckende Umsetzung der Covid-Verordnung» bestätigen. «Andernfalls behalten wir uns die Einreichung einer Strafanzeige ausdrücklich vor.» Eine solche könnte der Gewerbeverband bereits am Dienstag beschliessen, wenn sein Vorstand tagt.

Die Gewerbler werfen Migros und Coop vor, sie nützten die Notlage der Fachgeschäfte aus, die auf bundesrätliche Anordnung geschlossen sind. Im Brief heisst es, die Grossverteiler gingen «als Krisengewinnler vor» und versuchten «zulasten des KMU-Detailhandels ihre Marktstellung zu zementieren».

Mit dem Begriff "Kriesengewinnler" greifen Rime und Bigler tief in die Trickkiste. Der Begrifft ist historisch belastet und lehnt an den Vorwurf der "Kriegsgewinnler" an, wie er im Zweiten Weltkrieg oft verwendet wurde.

Anschuldigungen zurückgewiesen

Migros und Coop weisen die Anschuldigungen zurück. «Wir halten uns seit Beginn an die Verordnung und werden dies auch weiterhin tun», sagt ein Migros-Sprecher. «Coop hält die Sortimentsbeschränkungen unter Berücksichtigung der kantonalen Interpretationen bestmöglich ein», sagt eine Coop-Sprecherin.

Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler sagt jedoch, es gebe genügend Beweise, um die Strafanzeige zu untermauern. Am Freitag sandte der Verband auch dem Bundesrat einen geharnischten Brief. Darin verlangt er die «unverzügliche Umsetzung» der Rechtsvorschriften. Wenn Migros und Coop diese nicht einhielten, müssten ihre Filialen geschlossen und ihre Verantwortungsträger bestraft werden.

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