Wassersprudler

Geschäft mit dem Leitungswasser: Jetzt droht Marktführer Sodastream Ungemach

Lukratives H20: Hahnenburger, angereichert mit «Blöterli».

Lukratives H20: Hahnenburger, angereichert mit «Blöterli».

Sodastream, der israelische Marktführer für Wassersprudler, erhält in den Regalen von Aldi, Coop und Co. zunehmend Konkurrenz.

Leitungswasser rein, kurzer Druck auf den CO2-Zylinder und fertig ist das hausgemachte Sprudelwasser. So funktionieren handelsübliche Wassersprudler für den Heimgebrauch. Gerade in der Schweiz, wo man unbedenklich Hahnenburger trinken kann, erfreuen sich solche Systeme grosser Beliebtheit.

Der Schweizer Markt ist fest in der Hand des israelischen Sprudelsystem-Herstellers Sodastream. Laut Umfragen besitzt hierzulande jeder vierte Haushalt einen Sodastream-Sprudler. Die Umsätze von Sodastream Schweiz sind in den letzten Jahren jeweils zweistellig gewachsen.

Auf den Erfolg des Unternehmens aufmerksam geworden ist auch der Getränkekonzern PepsiCo, der letztes Jahr Sodastream für 3,2 Milliarden US-Dollar übernommen hat.

Doch nun gerät der Platzhirsch unter Druck. Wie der «Blick» kürzlich berichtete, hat Coop entschieden, per Anfang 2019 die auffüllbaren CO2-Zylinder von Sodastream aus dem Sortiment zu streichen und eigene kompatible Zylinder zu verkaufen.

Grund: Die Sodastream-Zylinder seien im Vergleich zum Ausland zu teuer. Nun bezieht Coop alternative Zylinder vom jungen finnischen Unternehmen MySoda Oy und lässt sie in Deutsch-
land befüllen, wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigt. Die Maschinen selbst verkauft Coop weiterhin.

«Coop hat lange mit Sodastream verhandelt für bessere Konditionen. Leider ohne Erfolg», sagt die Coop-Sprecherin. Neu ist auch, dass seit September die Coop-Tochter Fust Wassersprudler der ebenfalls jungen schwedischen Marke Aarke als Alternative zum Sodastream-Sprudler verkauft.

Österreichische Alternative

Aarke ist nur einer der neuen Sodastream-Konkurrenten. Ein anderer ist Mysodapop aus Wien. Erst im Sommer 2017 eingeführt, planen die Österreicher nun bereits den Schweizer Markteintritt. General Manager Roland Herrmann bestätigt auf Anfrage: «Wir stehen mit verschiedenen Handelspartnern in intensiven Verhandlungen. Ab Sommer 2019 werden wir Mysodapop in der Schweiz lancieren.» Namen will Herrmann noch keine nennen.

Dem Vernehmen nach steht Mysodapop hinter der Marke «Sodastar», die der Discounter Aldi registriert hat. Ein Aldi-Sprecher bestätigt lediglich, dass die Hofer-Gruppe, zu der Aldi Suisse gehört, die Eigenmarke «Sodastar» auch in der Schweiz registriert habe. Wer hinter der Marke steht und ab wann diese Sprudel-Geräte zu welchem Preis hierzulande erhältlich sein werden, sagt Aldi nicht.

Roland Herrmann sagt, Mysodapop habe im Vergleich zu Sodastream grössere Glasflaschen mit mehr Volumen, sei günstiger, kompakter und biete eine grössere Vielfalt beim Design. Und was sagt Sodastream? Der Hersteller liess entsprechende Fragen über einen Zeitraum von zehn Tagen unbeantwortet. Dafür sind die Händler gesprächiger. Diverse Sodastream-Händler wie etwa Manor zeigen sich auf Anfrage nach wie vor zufrieden mit dem System.

Die Migros verkauft Sodastream-Produkte im Supermarkt und in den Fachmärkten Melectronics und Do it. «Wir werden weiterhin mit Sodastream zusammenarbeiten und auch Zylinder von Sodastream entgegennehmen und gegen volle austauschen.

So können wir für Qualität und Sicherheit bei der Verwendung von Sodastream-Produkten weiterhin garantieren», sagt ein Migros-Sprecher. Alternative oder eigene Produkte plane man nicht.

«Favorisierte Marke»

Die Migros-Onlinetochter Galaxus verkauft neben den neuen Marken Aarke und Mysodapop nach wie vor Sodastream-Produkte. «Wassersprudler sind sehr beliebt und die Verkaufszahlen zeigten letztes Jahr steil nach oben», sagt ein Sprecher und ergänzt: «SodaStream ist bei unseren Kunden die klar favorisierte Marke.»

Unabhängige Tests bestätigen die Beliebtheit von Sodastream bei der Kundschaft: Das Konsumenten-Magazin «Saldo» hat im Oktober acht Trinkwassersprudler testen lassen. Die vordersten drei Plätze nehmen drei Geräte von Sodastream ein.

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