Industrie

Georg Fischer verordnet sich Sparprogramm - Kräftiger Stellenabbau

Georg Fischer baut Stellen ab

Georg Fischer baut Stellen ab

Mit einer Rosskur reagiert der Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer (GF) auf die Wirtschaftskrise. Nach den knapp 990 Stellen, die seit Beginn des Jahres gestrichen wurden, werden bis Ende 2009 weltweit weitere 1300 Arbeitsplätze abgebaut.

Der erneute Stellenabbau wird zu rund 850 Kündigungen führen, wie GF mitteilte. Bis Mitte 2010 soll der Personalbestand im Vergleich zu Ende 2008 um 2300 reduziert werden. Rund ein Viertel davon sind Stellen in der Schweiz.

Ingesamt will das Unternehmen bis 2012 seine jährlich anfallenden Kosten um 350 Mio. Fr. senken, wie Konzernchef Yves Serra an einer Telefonkonferenz sagte. Inzwischen leisten 5500 seiner derzeit noch über 13000 Angestellten Kurzarbeit.

Neu werden auch das Kader und der Verwaltungsrat von GF Lohnkürzungen hinnehmen müssen. Das Fixgehalt von 250 Kadermitgliedern wird vorübergehend um 10 Prozent, jenes von Konzernchef und Verwaltungsrat um 20 Prozent gekürzt.

Wie Finanzchef Roland Abt ausführte, seien diese Lohneinbussen nicht nur von symbolischer Bedeutung, sondern würden substantiell zur kurzfristigen Senkung der Kosten bei GF beitragen.

Ziel der GF sei es, bereits im kommenden Jahr selbst bei einem um einen Drittel tieferen Umsatz wieder ein positives operatives Ergebnis zu erzielen, sagte Serra. "Wenn GF auch ohne konjunkturellen Rückenwind ein positives Ergebnis erzielen kann, ist es auch gut gerüstet für einen Aufschwung."

Hintergrund des neuerlichen Sparprogramms sind tiefrote Zahlen fürs erste Quartal 2009. Der GF-Konzern, der seine Ergebnisse normalerweise nicht quartalsweise rapportiert, weist für die Periode von Januar bis März 2009 einen operativen Verlust von 46 Mio. Franken aus. Der Umsatz des Konzerns brach im ersten Quartal um 38 Prozent ein.

Die Talsohle sei erreicht. Ein tragfähiger Aufschwung sei aber erst ab 2011 zu erwarten.

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