In allen Konzepten sei man davon ausgegangen, dass die Strukturkosten um 30 Prozent gesenkt werden müssten. "Wir gehen alle davon aus, dass das den Abbau von rund 10'000 Stellen bedeutet, um Opel in eine profitable und tragfähige Situation zu bringen", sagte Smith und versprach: "Sie können davon ausgehen, dass genau diese Zahl auch im GM-Restrukturierungsplan stehen wird."

Gleichzeitig sagte Smith, entgegen der früheren GM-Planung, das Werk im deutschen Bochum zu schliessen, könne es möglicherweise eine attraktive Lösung geben. Das sei aber noch nicht entschieden.

Der GM-Verwaltungsrat hatte nach monatelangem Verhandlungspoker überraschend entschieden, Opel doch nicht zu verkaufen. Das Unternehmen begründete seine Entscheidung mit dem sich "verbessernden Geschäftsumfeld" und der Bedeutung Opels für die "globale Strategie" des Unternehmens. Ursprünglich sollte Opel an den Autozulieferer Magna verkauft werden.

Der geplatzte Opel-Verkauf löste in Deutschland Entsetzen aus. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich verärgert über das Vorgehen von GM. Sie wird voraussichtlich mit US-Präsident Barack Obama über das weitere Vorgehen sprechen.

Auch der deutsche Wirtschaftsminister Rainer Brüderle übte scharfe Kritik. "Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel, sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber", sagte er. Er betonte, die Arbeitnehmer hätten noch kurz vor der Entscheidung ein Signal für einen Lohnverzicht gegeben. Ein solcher Umgang mit Arbeitnehmern wenige Wochen vor Weihnachten sei "in keiner Weise hinnehmbar".

Deutschland hatte Staatshilfen von bis zu 4,5 Milliarden Euro für "New Opel" mit europaweit 50'000 Beschäftigten und rund 25'500 Mitarbeitern in den vier deutschen Opel-Werken zugesichert. In Berlin wurde aber darauf verwiesen, dass GM offenbar stark genug ist, um künftig für Opel zu sorgen.