Auto-Krise

General Motors bekommt zweite Chance

Zweite Chance für GM

Zweite Chance für GM

Der Weg für einen Neustart von General Motors (GM) ist frei. Gut einen Monat nach dem Insolvenzantrag des US-Autoriesen hat das zuständige New Yorker Gericht die zur Sanierung geplante weitgehende Verstaatlichung genehmigt.

Für Hilfen von mehr als 50 Mrd. Dollar übernehmen die USA und Kanada die wichtigsten Teile von GM. "Der Verkauf verhindert, dass der Patient auf dem Operationstisch stirbt", sagte Insolvenzrichter Robert Gerber in der Nacht auf heute.

Der "neue GM-Konzern" soll wertvollere Marken wie Chevrolet und Cadillac erhalten und stark genug sein, um die dramatische Krise der weltweiten Autoindustrie zu überleben. Die übrigen Konzernteile - unprofitable Marken, Fabriken und eine Reihe von Verbindlichkeiten - werden unter Insolvenzrecht abgewickelt.

So schrumpft der einst weltgrösste Autobauer zu einem deutlich schlankeren Unternehmen, das weniger Schulden und Händler hat.

Die Genehmigung der GM-Aufspaltung, die nach einer viertägigen Einspruchsfrist am Donnerstag in Kraft treten könnte, ist der zweite Erfolg für den Auto-Krisenstab von US-Präsident Barack Obama. Erst Mitte Juni hatte Chrysler sein Insolvenzverfahren überraschend schnell nach bereits rund 40 Tagen beenden können. Den Neustart ermöglichte hier der Einstieg der italienischen Fiat.

Das US-Finanzministerium hat zugesagt, die Finanzierung des neuen GM-Konzerns mit 60 Mrd. Dollar zu unterstützen. Im Gegenzug erhält die Regierung 60 Prozent am grössten Autobauer des Landes. Die Gewerkschaft UAW bekommt im Gegenzug für drastische Einschnitte 17,5 Prozent, die kanadische Regierung rund 12 Prozent und die GM-Anleiheinhaber rund 10 Prozent.

Richter Gerber schrieb in der Urteilsbegründung: "Die einzige Alternative zu einem raschen Verkauf wäre die Abwicklung - mit desaströsen Folgen für GM's Gläubiger, Arbeitnehmer, Zulieferer und die Gemeinden, in denen General Motors aktiv ist."

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