Kahlschlag

General Electric: Wie 10 Milliarden Dollar und 3300 Schweizer Jobs verschwanden

Von 5300 Arbeitsplätzen runter auf weniger als 2000 Arbeitsplätze: total 3300 sind bei General Electric verschwunden.

Von 5300 Arbeitsplätzen runter auf weniger als 2000 Arbeitsplätze: total 3300 sind bei General Electric verschwunden.

Fünf Jahre nach einem 10-Milliarden-Deal bleiben bald nur noch 2000 Arbeitsplätze übrig. Als GE in der Schweiz anfing, bot der Konzern hierzulande noch 5300 Arbeitsplätze.

Die Geschichte fängt mit einem strahlenden Gesicht an. John Flannery war begeistert. Er war einer der Architekten eines 10-Milliarden-Dollar-Deals. General Electric hatte im Herbst 2015 der französischen Alstom deren Energiesparte abgekauft. «Hochgradig strategisch» sei der Deal, sagte Flannery, er habe «exzellente Wachstumsperspektiven.»

Flannery wurde später zum Chef von General Electric (GE) befördert. Im Wesentlichen hatte GE mit der Alstom-Übernahme sein Geschäfts in der Herstellung von Turbinen ausgebaut. Diese Turbinen produzieren Strom aus Erdgas und Kohle. Rund 10 Milliarden Dollar zahlte GE damals.

Als GE in der Schweiz anfing, bot es hierzulande noch 5300 Arbeitsplätze. Dann ging es Schlag auf Schlag. Im Januar 2016 folgte die erste grosse Sparrunde: rund 1300 Stellen sollten in der Schweiz wegfallen. Im Dezember 2017 trat GE erneut vor die Öffentlichkeit: dieses Mal waren es 1400 Stellen.

Im Herbst 2018 musste GE den «hochgradig strategischen» 10-Milliarden-Deal auf null abschreiben. CEO Flannery war seinen Job los. Sein Abgang war GE in einer Medienmitteilung noch einen einzigen Satz wert.

Damit war klar: GE hatte eine kolossale Fehlinvestition getätigt. Die amerikanische Industrie-Ikone hatte den Trend hin zu erneuerbarer und dezentralisierter Energieherstellung schlicht verschlafen.

Im Juni 2019 trat GE schon wieder an die Öffentlichkeit. Nochmals sollten 450 Arbeitsplätze verschwinden. GE gab sich dennoch optimistisch. 2019 werde ein Wendepunkt-Jahr. Diese Woche kündigte der Konzern erneut eine Massenentlassung an. Über 500 Stellen sind nun akut gefährdet.

Aktuell arbeiten in der Schweiz noch 2400 festangestellte Mitarbeiter für GE. Kommt es zur diese Woche angekündigten neuesten Massenentlassung von über 500 Mitarbeitern, würden noch weniger 2000 Arbeitsplätze übrig bleiben.

Von 5300 Arbeitsplätzen runter auf weniger als 2000 Arbeitsplätze: total 3300 sind verschwunden. Und das in nur fünf Jahre nach einem «hochgradig strategischen» 10-Milliarden-Deal mit «exzellenten Wachstumsperspektiven».

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