Gemeinde will weiter wachsen

Profiliert: An der Schlossstrasse in Bützberg sollen drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Urs Lindt

Schlossstrasse

Profiliert: An der Schlossstrasse in Bützberg sollen drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Urs Lindt

Die Baubranche boomt noch immer. Bestes Beispiel ist Bützberg. Über 60 neue Wohnungen sollen dort entstehen.

Irmgard Bayard

Bis gestern lagen in der Gemeindeverwaltung Thunstetten gleich zwei Baugesuche für total neun Mehrfamilienhäuser auf, die in Bützberg gebaut werden sollen. Auf der Parzelle 519 an der Schlossstrasse ist der Neubau von drei Mehrfamilienhäusern mit einer Einstellhalle geplant. Gemäss Richard Jenni, Projektleiter bei der Bauherrschaft Swiss Global Bau AG (Steffisburg), entstehen gesamthaft 17 Wohnungen - 14 normale sowie drei im Attikageschoss.

Geplant seien alles geräumig 4,5-Zimmer-Wohnungen mit einer Bruttogeschossfläche von 145 bis 187 Quadratmetern. Die Eigentumswohnungen kosten ab 485 000 Franken. «Die Häuser werden im Minergiestandard gebaut», so Jenni. «Das Investitionsvolumen beträgt zirka zehn Millionen Franken.» Wenn es keine Verzögerungen gibt, so will die Swiss Global Bau AG im Frühling mit dem Bau beginnen.

Baubeginn noch ungewiss

Noch keine Angaben zum Baubeginn will Mario Küenzi, Bauleiter bei der W. Niederhäuser AG in Herzogenbuchsee, machen. Die Firma vertritt die Bauherrschaft Oenzerbau AG, Oberönz. Sie plant den Abbruch des Hauses an der Bernstrasse 2 in Bützberg. Dort sollen sechs Mehrfamilienhäuser mit Einstellhalle entstehen. Im Gegensatz zum Flachdachbau der Swiss Global Bau ist ein Satteldach vorgesehen.

Die 44 geplanten Wohnungen weisen zwischen 3,5 und 5,5-Zimmer auf. «Dank des Steildaches verfügen die oberen Wohnungen über eine Galerie», erwähnt Küenzi eine Besonderheit. Voraussichtlich werden die Wohnungen vermietet. «Etwa 15 davon werden als Eigentumswohnungen verkauft», so Küenzi. Auch hier werden die Häuser im Minergiestandard gebaut. Die Investitionen belaufen sich hier auf rund 14,4 Millionen Franken.

Sollten wirklich sämtliche Wohnungen gebaut und vermietet respektive verkauft werden, so erfüllt sich der Wunsch des abtretenden Gemeindepräsidenten Markus Quaile (FDP) zum Teil. Er hatte während seiner vierjährigen Amtszeit immer wieder gesagt, dass die Infrastruktur für zusätzliche 400 bis 450 Einwohner ausreiche.

Die Einsprachefrist der beiden Baugesuche lief gestern Montag ab. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen für die sechs Mehrfamilienhäuser im Regierungssstatthalteramt Aarwangen bereits fünf Einsprachen vor. Diese betreffen gemäss Regierungsstatthalter Martin Lerch vor allem befürchtete Lärmimmissionen und Schattenwurf auf Nachbarliegenschaften, aber auch die Beeinträchtigung des Ortsbildes. Für die drei Mehrfamilienhäuser ist bisher eine Einsprache und eine Rechtsverwahrung eingegangen.

Tief- löst Hochbau ab

Nicht nur in Thunstetten-Bützberg wird gebaut. Fährt man durch den Oberaargau, so fallen in verschiedenen Dörfern Profile auf. Dies bestätigt auch Peter Sommer, Geschäftsführer des Baumeisterverbandes Oberaargau-Emmental in Burgdorf: «Das Bauvolumen nimmt immer noch zu - letztes Jahr von rund 230 auf rund 233 Millionen Franken.» Seine Statistik beruht auf den Submissionsverfahren und nicht auf effektiv ausgeführte Bauten. Nächstes Jahr wird die Bautätigkeit im Hochbau aber rückläufig sein», sagt er.

«Dafür wird der Tiefbau eher zunehmen.» Für diese Kehrtwende sieht er primär zwei Gründe: «Auf unsere Branche wirkt sich die Krise immer verzögernd aus. Auch kommen nun diverse Konjunkturprogramme zum Tragen.» Peter Sommer rechnet mit einer Abschwächung der Bautätigkeit ab Mitte 2010. Er betont aber: «Wie gesagt, zurzeit können wir uns noch nicht beschweren.»

Meistgesehen

Artboard 1