Tessin

Geldwäscherei: Gefängnisstrafe für den «Golden Boy»

Die Bank Morgan Stanley. Symbolbild.

Die Bank Morgan Stanley. Symbolbild.

Ein Ex-Banker von Morgan Stanley muss wegen Geldwäscherei ins Gefängnis.

Der Beschuldigte hatte stets bestritten, von einer verbrecherischen Herkunft der Gelder gewusst zu haben. Doch das Bundesstrafgericht schenkte ihm keinen Glauben: Der ehemalige Angestellte der Schweizer Niederlassung der US-Investmentbank Morgan Stanley in Zürich wurde wegen qualifizierter Geldwäscherei zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.

Die Urteilseröffnung erfolgte am Montagabend, nachdem die Hauptverhandlung bereits im August stattgefunden hatte. Vom Vorwurf der qualifizierten Veruntreuung wurde der Angeklagte freigesprochen. Der 52-jährige deutsch-griechische Doppelbürger, der an der Zürcher Goldküste residiert und von einigen Medien als «Golden Boy» bezeichnet wurde, muss 15 Monate absitzen, wobei ihm die Untersuchungshaft von 348 Tagen – zwischen Dezember 2014 und November 2015 – angerechnet wird.

Damit muss der Ex-Banker wohl nur noch wenige Tage ins Gefängnis. Zusätzlich hat das Gericht eine bedingte Geldstrafe von 250 Tagessätzen zu 1000 Franken ausgesprochen. Vermögenswerte in der Höhe von 2 Millionen Franken werden eingezogen. Zudem muss der Verurteilte dem Bund eine Ersatzforderung von einer halben Million Franken leisten sowie die Verfahrenskosten von 200'000 Franken übernehmen.

Für die Rückgabe einer beschlagnahmten Alabaster-Vase und Granit-Büste hat sich laut dem Entscheid bereits Ägypten interessiert.

Bestechungsgelder für griechischen Minister

Der Fall hat internationale Verästelungen. Die Bundesanwaltschaft (BA) war überzeugt, dass der Beschuldigte ab 1999 rund 13 Jahre lang an rund 100 Geldwäschereitransaktionen mit einer Deliktsumme in Höhe von 21,7 Millionen Euro beteiligt war. Die Beträge stammten vom ehemaligen griechischen Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos, der seinen Cousin als Strohmann einsetzte, der wiederum in Kontakt mit dem jetzt verurteilten Banker war.

Die Gelder soll der heute 80-jährige Tsochatzopoulos, einst Gründungsmitglied der sozialdemokratischen Partei Pasok, als Bestechungsgelder für seine guten Dienste im Zusammenhang mit Rüstungsgeschäften mit Russland erhalten haben.

In Griechenland bekam er dafür eine 20-jährige Freiheitsstrafe, wurde aus gesundheitlichen Gründen aber vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Das Strafmass blieb nur knapp unter der Forderung der BA, welche eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 34 Monaten und eine bedingte Geldstrafe von 600 Tagessätzen zu 400 Franken verlangt hatte.

Die Verteidigung forderte einen Freispruch vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei. Sie erachtet die dafür notwendige verbrecherische Vortat als nicht bewiesen. Bereits bei den Vorfragen erhoben die Verteidiger Vorwürfe gegen die BA und beklagten grobe Verfahrensmängel und eine Missachtung von Verteidigerrechten. Das erstinstanzliche Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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