Trotz der eher verhaltenen Konjunkturlage im 2010 hat unser Unternehmen aufgrund grosser Anstrengungen Umsatz und Produktion überdurchschnittlich steigern können. Wir blicken auch einer belebten Nachfrage im laufenden Jahr entgegen. Doch eine zentrale Frage lautet, ob wir die Kunden aufgrund der Rohstoffknappheit beliefern können.

In unserer über 260-jährigen Unternehmensgeschichte haben wir uns mit den unterschiedlichsten Situationen zurechtfinden müssen. Das Unternehmen hat Seuchen, die Pest und Weltkriege überlebt. Die Vorfahren mussten während dieser Jahre die benötigten Rohstoffe mühsam erkämpfen. Für 2011 zeichnet sich ein noch stärkeres Ungleichgewicht auf den Beschaffungsmärkten ab.

Für die Herstellung einer hochwertigen Matratze braucht es Naturprodukte, unter anderem Naturlatex-Schaum, natürliche Polsterauflagen wie Merino-Schurwolle, Tussah-Seide und Kamelhaar sowie Baumwolle. Dies sind zwar nachwachsende Rohstoffe, aber die produzierte Menge reicht nicht mehr für die gesamte Weltbevölkerung aus.

Hochwertige Merino-Schurwolle, welche wir von Australien beziehen, verschwindet beispielsweise in China. Die von den australischen Schafscherern gewonnene Wolle wird ungewaschen direkt nach China transportiert und dort aufbereitet, weiterverarbeitet und für die eigene Textil- und Bekleidungsindustrie gebraucht. Andere Rohstoffe wie zum Beispiel Baumwolle wurden wegen der Überschwemmung in Pakistan im Juli 2010 zusätzlich knapp. Naturlatex wird ersetzt durch ertragreichere Plantagen von Palmöl-Pflanzen.

Diese Verknappung hat die Einkaufspreise auf den Beschaffungsmärkten enorm steigen lassen. Ist man nicht bereit, die verlangten Preise zu bezahlen, wird man nicht mehr beliefert.

Die höheren Beschaffungskosten lassen sich jedoch nicht immer auf die Verkaufspreise überwälzen, da der Kunde preissensibel reagiert. Der Grundsatz der Selbstversorgung ist aktueller denn je. Dies betrifft nicht nur die Selbstversorgung der Schweiz mit Nahrungsmitteln, sondern auch mit Rohstoffen und Energie. Weiter sind die Pflege und die Weiterentwicklung unseres Handwerks und Wissens enorm wichtig, damit die Schweiz auf dem Markt auch in Zukunft unabhängig bleibt.