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Fusionsgespräche: Schluckt die Berner Kantonalbank die Valiant?

Valiant will mit BKB zusammengehen. Valiant-Werbung aus dem Jahr 2008.

Valiant will mit BKB zusammengehen. Valiant-Werbung aus dem Jahr 2008.

In der Berner Bankenwelt zeichnet sich eine Grossfusion ab. Valiant und Berner Kantonalbank führen Gespräche über einen Zusammenschluss, wie die Banken bestätigen. Dabei würde die BEKB die Valiant übernehmen.

In die die Öffentlichkeit gezerrt hat die brisanten Gespräche das Onlineportal «Inside Paradeplatz». Die Initiative soll dabei von der Valiant-Spitze ausgehen. Dabei soll es um einer Übernahme der Valiant durch die BEKB gehen.

Kurz vor Mittag hat die Valiant die Gespräche in einem Mail an ihre Kunden bestätigt. Im Rahmen der Evaluation ihrer strategischen Optionen stehe die Bank derzeit in Gesprächen mit der Berner Kantonalbank AG über ein mögliches Zusammengehen der beiden Gesellschaften, schreibt die Bank.Weiter kommentieren will sie die Verhandlungen aber nicht.

Laut «Inside Paradeplatz» wurde sogar über den Kaufpreis bereits gesprochen. Demnach hätten die Verantwortlichen bei der Valiant 124 Franken pro Aktie verlangt - was einen Kaufpreis von zwei Milliarden Franken bedeuten würde. Derzeit liegt der Preis pro Valiant-Aktie bei knapp 100 Franken. Dies entspricht einem aktuellen Börsenwert von 1,6 Milliarden Franken.

An der Börse legte der Valiant-Aktienkurs bis am Mittag knapp sechs Prozent zu. Bereits früher hatte Valiant erkennen lassen, dass die Bank auf der Suche nach einem Anker-Aktionär ist.

Dass Valiant nach einem Käufer sucht, ist nicht überraschend. Die Bank hat spätestens seit April ein gravierendes Reputationsproblem. Damals wurde das Institut von der Finanzmarktaufischt (Finma) gerügt, weil die Verantwortlich den Aktienkurs nach oben getrickst hatten. Im Finma-Jargon hatte die Bank «aufsichtsrechtliche Bestimmungen schwer» verletzt und gegen «Gewährs- und Organisationspflichten» verstossen. Die Bank musste das Fehlverhalten öffentlich eingestehen.

Am 10. Juli schmiss die Börse das Valiant-Papier dann aus dem Index SMIM. Der SMIM umfasst 30 mittelgrosse an der Schweizer Börse kotierte Unternehmen. Darauf taucht die Aktie auf Tiefststände. Aktionäre drohten mit Klagen.

Ob der Deal tatsächlich glückt, ist noch offen. Die Verwaltungsräte der beiden Banken haben sich offenbar noch nicht einigen können.

Mit einer Bilanzsumme von 25,5 Milliarden Franken, rund 1 000 Mitarbeitenden und mehr als 400 000 Kunden ist Valiant heute die grösste Regionalbank der Schweiz Ihr Geschäftsgebiet erstreckt sich über die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Jura, Luzern, Neuenburg, Solothurn, Waadt und Zug. Die Geschäftstätigkeit umfasst ein umfangreiches Produkt- und Dienstleistungsangebot in den Bereichen Retail Banking, KMU Banking, Private Banking und Asset Management. (rsn)

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